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Aufenthaltsbestimmungsrecht: Kindeswille ist nicht gleich Kindeswohl

Wird gerichtlich darüber entschieden, ob das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf einen Elternteil übertragen werden soll, so liegt es nahe, nach dem Willen des Kindes zu fragen. Nun hat das OLG Frankfurt aber in einem Beschluss dargelegt, warum der Kindeswille allein nicht ausreicht. In manchen Fällen steht der ausdrückliche Wille des Kindes nicht im Einklang mit dem Kindeswohl.

Aufenthaltsbestimmungsrecht und dessen Festlegung

Teilen sich die Eltern nach einer Trennung oder auch Scheidung das Sorgerecht, so können die Eltern gemeinsam darüber entscheiden, wo sich das minderjährige Kind im Alltag aufhalten kann. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht, als Teil des Sorgerechts, kann aber im Zuge einer Gerichtsentscheidung auch nur einem Elternteil übertragen werden.

Häufig wird nach einer solchen Trennung, bei der die künftige Lebenssituation vor Gericht entschieden wird, das sogenannte Residenzmodell in Betracht gezogen. Das Kind hat in diesen Fällen seinen Lebensmittelpunkt bei nur einem Elternteil. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht steht dann auch nur jenem Elternteil, häufig der Mutter, zu. Der andere Elternteil kann allerdings vor Gericht beantragen, dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht ihm übertragen werden soll.

Triftige Gründe für die Änderung des Aufenthaltsbestimmungsrechts

Was muss jedoch passieren, damit das Familiengericht das Aufenthaltsbestimmungsrecht überträgt? Welche Kriterien sind dafür maßgeblich?

Das Gericht ändert eine bereits getroffene Entscheidung nur, wenn dies nach § 1696 I BGB wegen “triftiger, das Kindeswohl nachhaltig berührender Gründe” erforderlich ist. Dafür sind verschiedene Kriterien maßgeblich. Der Kindeswille spielt dabei nicht unbedingt eine ausschlaggebende Rolle. Das Gericht prüft in jedem Einzelfall, wie viel Gewicht dem Kindeswillen beigemessen wird.

Der vom Gericht beauftragte Sachverständiger hört sich nicht nur den Wunsch des Kindes an, um das Kindeswohl zu erforschen. Er orientiert sich daneben auch an der Erziehungseignung der Eltern, der Bindung der Kinder an die Eltern, der Bindungstoleranz und den Prinzipien der Förderung und der Kontinuität. Sprechen dabei Umstände gegen das Kindeswohl und damit auch gegen die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts, so kann auch der ausdrückliche Wunsch des Kindes nicht zu einer Annahme des Antrags führen.

Diese Rolle spielt der Kindeswille

Der Kindeswille gewinnt an Gewicht, wenn er nachdrücklich und beständig geäußert wird. Er wird außerdem mit zunehmendem Alter und Einsichtsfähigkeit als bedeutender angesehen.

Zuletzt ist allerdings unabdingbar, dass es sich um einen autonomen Willen seitens des Kindes handeln muss. Wird erkennbar, dass ein Elternteil den Kindeswillen zu beeinflussen oder manipulieren versucht, so verliert der geäußerte Kindeswille maßgeblich an Gewicht. Es wird außerdem geforscht, was den Kindeswillen begründet und ob dies in Bezug auf das Kindeswohl wünschenswert ist. Will das Kind nur umziehen, weil es beim Vater einen größeren Garten oder ein luxuriöseres Zimmer erwartet, so hat dies weniger Gewicht, als Gründe, die in der emotionalen Bindung zu den Eltern liegen.

Die Frage, welcher Elternteil den Aufenthalt des minderjährigen Kindes bestimmen können soll, wird somit nicht bloß nach dem Willen des Kindes beantwortet. Besonders, da Kinder nach einer Trennung schnell in einen schweren Loyalitätskonflikt geraten können, entscheiden die Gerichte anhand verschiedener Kriterien und versuchen die Familiensituation als Ganzes zu betrachten. Dabei ist Kindeswille eben nicht automatisch Kindeswohl.

(OLG Frankfurt a.M., Beschluss vom 16.01.2018, 1 UF 74/18)

 

Wechselmodell vs. Residenzmodell – Betreuung des Kindes bei Trennung

Trennt sich ein Paar mit Kindern, stellt sich anschließend stets die Frage, wie die Betreuung der Kinder nun ausgestaltet werden soll. Es ist üblich(er), nach der Scheidung das sogenannte Residenzmodell zu leben, bei dem das Kind seinen dauerhaften Aufenthalt bei einem der Elternteile hat und der andere Elternteil regelmäßigen Umgang zum Kind pflegt. Wochenendbesuche und gemeinsam verbrachte Ferien mit dem anderen Elternteil sind beim Residenzmodell ebenfalls üblich.

Doch mittlerweile wünschen sich mehr Eltern eine “gerechtere” Aufteilung des Umgangs und das sogenannte Wechselmodell gewinnt an Bedeutung. Doch welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Betreuungsmodelle und anhand welcher Kriterien sollte die Entscheidung für ein bestimmtes Betreuungsmodell ausgerichtet werden?

Wechselmodell und Residenzmodell im Überblick

Das Wechselmodell zeichnet sich dadurch aus, dass das Kind zu annähernd gleichen Zeitanteilen von beiden Elternteilen betreut und erzogen wird. In der Praxis lebt das Kind also immer abwechselnd eine gewisse Zeit im Haushalt der Mutter und im Haushalt des Vaters.

Beim Residenzmodell hingegen, lebt das Kind nach der Scheidung der Eltern hauptsächlich bei einem Elternteil, häufig der Mutter, und verbringt an den Wochenenden oder in den Ferien regelmäßig Zeit mit dem anderen Elternteil.

Da es für Kinder und dabei gerade für jüngere Kinder sehr wichtig ist, eine Beziehung zu beiden Elternteilen aufbauen und aufrecht zu erhalten, halten viele Psychologen und auch Juristen das Wechselmodell für einen guten Weg, die Betreuung gemeinsamer Kinder nach der Scheidung zu organisieren. Doch das Wechselmodell ist nicht für jede Familie geeignet. Bestimmte äußere Voraussetzungen müssen gegeben sein.

Welche Vorteile haben das Wechselmodell und das Residenzmodell und für wen kommen sie in Frage?

Entscheiden sich Eltern nach der Trennung oder Scheidung für das Wechselmodell, können sie Erziehung und Kinderbetreuung zusammen ausüben und es dem Kind so ermöglichen, eine gleich starke Bindung zu beiden Elternteilen zu haben. Bei diesem Betreuungssystem gerät das Kind in keinen Loyalitätskonflikt, da es eng mit beiden Eltern zusammenleben kann.

Das Wechselmodell kann aber nur funktionieren, wenn zwischen den elterlichen Wohnungen eine gewisse räumliche Nähe besteht. Denn auch wenn es für Kinder wichtig ist, engen Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben, ist auch ein stabiles und gewohntes Umfeld für die positive Entwicklung von Kindern von großer Bedeutung. Wohnen Eltern in unterschiedlichen Städten, ist das Residenzmodell für viele die praktischere Wahl.

Zusätzlich sollten die Eltern beim Wechselmodell eine enge Kommunikation pflegen, da nicht nur alle Entscheidungen von größerer Bedeutung für das Kind gemeinsam getroffen werden müssen, sondern auch alltägliche Aufgaben unter den Elternteilen aufgeteilt werden. Sind Eltern also sehr zerstritten und können im Alltag nicht zusammenarbeiten, dann ist möglicherweise auch das Residenzmodell das bessere Betreuungsmodell.

Wechselmodell oder Residenzmodell nach der Scheidung – Beide Umgangsmodelle können jetzt gerichtlich angeordnet werden

Seit einem Beschluss des Bundesgerichtshofs im Jahr 2017 kann nicht nur das Residenzmodell, sondern auch das Wechselmodell gerichtlich angeordnet werden. Zwar entscheiden sich in Deutschland immer noch mehr Eltern für das Residenzmodell, dennoch wird das Wechselmodell bei vielen Bürgern immer beliebter.

 

Begleiteter Umgang: Was steckt hinter dem betreuten Umgangsrecht?

Grundsätzlich haben in Deutschland beide Elternteile auch nach einer Trennung oder Scheidung ein Recht auf Umgang mit den gemeinsamen Kindern. Doch ist ein Ex-Paar extrem zerstritten, haben sich das Kind und der betreffende Elternteil lange nicht gesehen oder fürchtet einer der Elternteile, dass der Umgang des Kindes mit dem anderen Elternteil dem Kindeswohl entgegen steht, dann können sogenannte begleitete Umgangskontakte vom Familiengericht angeordnet oder unter den Eltern in Zusammenspiel mit dem zuständigen Jugendamt vereinbart werden. Doch wie laufen begleitete Umgangskontakte ab und welche Gründe liegen regelmäßig dafür vor?

Was genau heißt “begleitete Umgangskontakte” und welche Gründe gibt es dafür?

Ein begleiteter Umgang bedeutet, dass eine neutrale dritte Person den Umgang zwischen dem Kind und einem Elternteil oder auch jeweils mit beiden Elternteilen überwacht und dafür Sorge trägt, dass der Umgang im Sinne und zum Wohle des Kindes verläuft.

Durch begleitete Umgangskontakte soll verhindert werden, dass es zu Kontaktabbrüchen zwischen Kindern und dem Umgangsberechtigten kommt oder erreicht werden, dass Elternteile und Kinder, die sich lange nicht gesehen haben, sich einander wieder annähern. Da solche Situationen für die Kinder oft sehr belastend sein können, soll ein begleiteter Umgang den Druck von den Kindern nehmen.

Gleiches gilt für die Situation, dass ein Elternteil in der Vergangenheit Probleme im Umgang mit den Kindern hatte oder unangebrachtes Verhalten an den Tag gelegt hat. Durch begleitete Umgangskontakte können die betreffenden Elternteile lernen, wie sie sich im Umgang mit ihren Kindern “richtig” verhalten, ohne dass die Kinder während dieser Zeit einer Gefahr ausgesetzt sind.

Gründe für einen begleiteten Umgang im Überblick:

  • psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen der Umgangsberechtigten
  • Verdacht auf körperlichen oder sexuellen Missbrauch durch einen der Elternteile
  • es besteht die Gefahr des Kindesentzugs
  • mangelnde Erziehungskompetenz eines Elternteils
  • Kind hatte bislang nur wenig oder keinen Kontakt zum Umgangsberechtigten
  • Eltern sind untereinander massiv zerstritten

Wie kommen begleitete Umgangskontakte zustande und wie laufen sie ab?

Begleitete Umgangskontakte können entweder vom Familiengericht angeordnet oder auf eigene Initiative hin vereinbart werden. Beantragt wird der begleitete Umgang dann bei dem Jugendamt, das für den jeweiligen Wohnort zuständig ist.

Wie genau der begleitete Umgang im Detail abläuft, hängt von der Einrichtung ab, die diesen durchführt. In der Regel wird vor dem ersten begleiteten Umgang ein Gespräch mit den Beteiligten geführt und die begleiteten Treffen werden geplant. So können sich die Umgangsbegleiter ein genaues Bild von der Ausgangslage und der Motivation des begleiteten Umgangs machen.

In der Durchführungsphase findet dann der eigentliche begleitete Umgang statt, welcher sowohl in den Räumlichkeiten der jeweiligen Institution als auch z.B. in einem Café, einem Spielplatz oder in der Wohnung der umgangsberechtigten Person stattfinden kann.

Wie lange der begleitete Umgang dauert, hängt vom jeweiligen Einzelfall und der konkreten Familiensituation ab.

 

Umgangsrecht: Darf ich mein Kind auch ohne Sorgerecht sehen?

Nach einer Scheidung oder Trennung kommt es zwischen den Eltern häufig zu Sorgerechtsstreitereien. Unabhängig davon, ob ein Elternteil das Kind deshalb nur selten oder fast nie sehen kann, weil die Eltern sich streiten oder weil die Distanz zwischen den Wohnorten so groß ist, auch Elternteile ohne Sorgerecht haben ein Recht darauf, das eigene Kind regelmäßig zu sehen. Denn ganz gleich, wie das Sorgerecht konkret ausgestaltet ist, das Kind hat ein Anrecht darauf, Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben. Hier spricht man vom sogenannten Umgangsrecht.

Was genau heißt Umgangsrecht eigentlich?

Sorgerecht und Umgangsrecht müssen streng voneinander unterschieden werden. Während es sich beim Sorgerecht um das Recht handelt, Entscheidungen im Hinblick auf die Lebensführung des Kindes vorzunehmen, umfasst das Umgangsrecht das Recht, sein Kind zu sehen und Zeit mit ihm zu verbringen. Das Umgangsrecht ist in § 1684 BGB gesetzlich verankert, doch wie es konkret gelebt wird, hängt von individuellen Absprachen zwischen den Elternteilen ab.

Jedoch muss bei diesen Absprachen beachtet werden, dass der regelmäßige Kontakt des Kindes zu beiden Elternteilen dem Kindeswohl dienen soll. Einem Elternteil ohne Sorgerecht kann es nur dann verwehrt werden, sein Kind zu sehen, wenn dieser Kontakt das Kindeswohl gefährden würde. Alternativ kann das Umgangsrecht auch dann verweigert werden, wenn ein Kind, das älter als 12 Jahre ist, deutlich klar macht, keinen Kontakt zur Mutter oder zum Vater haben zu wollen.

Wie genau gestaltet sich das Umgangsrecht?

Wie das Umgangsrecht konkret ausgestaltet ist, hängt vom Alter des Kindes, der Distanz zwischen den Wohnorten beider Elternteile, der Bindung des Kindes zu Vater oder Mutter, sowie der Belastbarkeit des betroffenen Kindes ab. Der Elternteil mit oder ohne Sorgerecht kann sein Kind sehen und so oft Zeit mit ihm verbringen, wie es die Umgangsregeln festlegen. Ist das Kind noch sehr klein, sollte der Kontakt sich auf häufige, stundenweise Besuche beschränken. Diese Besuche können und sollten bei Babys von den Müttern in der Regel begleitet werden. Bei Kindern ab 3 Jahren können die Besuche beim Elternteil mit oder ohne Sorgerecht verlängert und ausgedehnt werden. Übernachtungen an den Wochenenden und in den Ferien sind ein möglicher Weg, sein Kind zu sehen.

Wie kann man das Umgangsrecht durchsetzen?

Sollten Mutter oder Vater es dem Elternteil mit oder ohne Sorgerecht verweigern, das eigene Kind zu sehen und scheint eine einvernehmliche Einigung in weiter Ferne, dann kann das Umgangsrecht gerichtlich eingefordert werden. Kann der sorgerechtsberechtigte Elternteil vor Gericht nicht darlegen, dass der Kontakt zu dem anderen Elternteil nicht dem Kindeswohl dient, kann dieser gerichtlich erzwungen werden. Das Gericht kann im Extremfall eine Ordnungshaft anordnen oder die Zwangsvollstreckung betreiben, um das Umgangsrecht durchzusetzen. Solch ein gerichtlicher Streit um das Umgangsrecht sollte aber zum Wohle des Kindes nur in Extremfällen zum Tragen kommen.

 

Kein Recht auf Umgang mit dem Hund nach der Scheidung

Lassen Paare sich scheiden, dann muss nicht nur das Sorge- oder Umgangsrecht für gemeinsame Kinder geregelt werden, sondern vielfach auch entschieden werden, wo ein gemeinsamer Hund leben soll. Denn auch im Hinblick auf das vierbeinige Familienmitglied muss der Verbleib möglichst einvernehmlich geregelt werden. Allerdings gibt es kein gesetzlich verankertes Umgangsrecht mit dem Hund, postulierte das Oberlandesgericht Stuttgart in einem Beschluss.

Der Sachverhalt: Hund bei Trennung

Ein Ehepaar, das sich im Jahr 2016 trennte und im Jahr 2018 scheiden ließ, stritt über den Verbleib einer vor der Ehe angeschafften Labradorhündin. Der Hund lebte nach der Trennung beim Ehemann. Die Ehefrau forderte bereits kurz nach der Trennung und noch vor der Scheidung die Herausgabe des Tieres, doch scheiterte mit diesem Ansinnen. In einem Verfahren vor dem Amtsgericht Sigmaringen verständigte sich das Paar dann darauf, dass die Frau den Hund regelmäßig sehen dürfte.

Allerdings scheiterte die getroffene Umgangsvereinbarung in der Praxis. Daraufhin gab es einen zweiten Termin vor dem Familiengericht, bei dem die Frau sowohl die Herausgebe des Hundes als auch ein Umgangsrecht mit diesem verlangte. Diesem Ansinnen gab das Gericht jedoch nicht statt. In der Folge legte die Frau Beschwerde beim zuständigen Oberlandesgericht ein.

Die Umgangsrecht Entscheidung des OLG Stuttgart

Das OLG Stuttgart beschäftigte sich zunächst mit den Eigentumsverhältnissen in Bezug auf den Hund. Diese Betrachtung ergab, dass der spätere Ehemann im Abgabevertrag des Tierhilfevereins als Eigentümer vermerkt war. Dass die Frau sich im Laufe der gemeinsamen Zeit fürsorglich um das Tier gekümmert hat, spielt im Hinblick auf die Eigentumsverhältnisse nach Ansicht der Richter keine Rolle. Da Tiere gemäß der geltenden Vorschriften des BGB hinsichtlich der Überlassung des Eigentums nach der Scheidung wie Sachen behandelt werden (selbstverständlich greifen zusätzlich ihnen zugute bestimmte Schutzvorschriften), ist der Ehemann nicht verpflichtet, den Hund an seine Ex-Frau herauszugeben. Denn ihm steht das Alleineigentum an dem Tier zu.

Hinzu komme noch, dass der Hund mittlerweile seit drei Jahren im früher gemeinsam bewohnten Haus lebte und eine Herausgabe des Tieres an die Ex-Frau nicht dem Tierwohl entspreche. Ein Umgangsrecht mit dem Tier zugunsten der Ex-Frau war für den Senat des OLG ebenfalls nicht ersichtlich. Denn ein gesetzlicher Anspruch auf ein Umgangsrecht mit einem Hund ist weder analog zum Umgangsrecht mit Kindern konstruierbar noch mit Regelungen zum Hausrat vereinbar. Daher entschied das OLG Stuttgart, dass kein Umgangsrecht mit dem Hund zugunsten der Klägerin gegeben sei.

 

Großeltern können Umgangsrecht mit Enkelkind notfalls einklagen

Eine Scheidung hat nicht nur Einfluss auf die Ausgestaltung des Alltags von Vater, Mutter und Kind, sondern kann auch das Verhältnis der Großeltern zu ihrem Enkelkind verändern. Sei es durch ein neuerdings frostiges Verhältnis der Eltern zu ihren jeweiligen Ex-Schwiegereltern oder durch einen Umzug, der zu einer räumlichen Distanz zwischen Großeltern und Enkelkind führt. Doch Großeltern müssen sich nicht, auch im Hinblick auf das Wohlergehen ihrer Enkel, mit einem Kontaktverbot begnügen. Denn zumeist steht Oma und Opa ein Umgangsrecht zu.

Umgangsrecht für Großeltern

Enkelkinder trifft der reduzierte Umgang mit Oma und Opa in der Regel hart. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sie auch Mama und Papa jetzt nicht mehr ständig gemeinsam um sich haben. Damit Großeltern sich gegen etwaige Kontaktverbote durch die Eltern wehren können, wurde im Jahr 1998 ein Umgangsrecht zwischen Enkeln und Großeltern gesetzlich verankert.

Oma und Opa haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, Zeit mit ihrem Enkelkind zu verbringen. Dieser Anspruch steht ihnen nur dann nicht zu, wenn das Kindeswohl der Enkel durch den Umgang mit den Großeltern gefährdet wäre. Ist das Verhältnis zwischen Oma und Opa und dem Enkelkind jedoch eng, liebevoll und harmonisch, steht einem Umgangsrecht nichts im Wege. Denn grundsätzlich geht der Gesetzgeber davon aus, dass der Umgang mit Oma und Opa für die Entwicklung der Kinder förderlich ist. Auch wenn die Großeltern im Ausland leben, steht ihnen grundsätzlich ein Umgangsrecht mit ihren Enkeln zu. Allerdings birgt die praktische Umsetzung dieses Rechts viele Herausforderungen.

Außergerichtliche Einigung, Hilfe vom Jugendamt oder Gang zum Familiengericht

Damit die Kinder nicht unter dem Streit zwischen Eltern und Großeltern leiden, sollte der Gang zum Familiengericht das letzte Mittel der Wahl sein. Zuvor sollte eine gütliche, außergerichtliche Einigung, unter Umständen durch die Hilfe vom Jugendamt, zwischen den Parteien angestrebt werden. In seltenen Fällen treffen die zuständigen Familienrichter auch die Entscheidung, den Großeltern das Umgangsrecht mit ihrem Enkelkind zu verwehren. Dies kann dann der Fall sein, wenn der Umgang mit Oma und Opa nicht dem Kindeswohl dienen würde.

Sind die Familienverhältnisse komplett zerrüttet und das Kind würde durch den wechselnden Umgang mit den verschiedenen Parteien ständig in einen Loyalitätskonflikt gestürzt, ist dies der Entwicklung des Kindes nicht förderlich. Auch dann, wenn die Großeltern die Erziehungsgrundsätze der Eltern nicht achten und ihrer Zeit mit den Kindern unterwandern, kann dies gegen ein Umgangsrecht sprechen.

 

Urlaub mit Trennungskind: Worauf müssen Eltern achten?

Der Urlaub mit Trennungskind birgt einiges an rechtlichem Konfliktpotenzial, wenn man sich im Vorfeld der anstehenden Reise nicht über die elterlichen Rechte und Pflichten informiert. Denn es gibt einige Dinge, die man beim Urlaub mit Trennungskindern beachten sollte.

Muss der andere Elternteil der Reise in den Urlaub zustimmen?

Dies ist davon abhängig, wie es um das Sorgerecht der Eltern bestellt ist. Hat einer der Eltern das alleinige Sorgerecht inne, dann kann er die Dauer und das Ziel der Urlaubsreise allein bestimmen. Bei gemeinsamen Sorgerecht, muss das Urlaubsvorhaben zunächst mit dem anderen Elternteil besprochen werden. Findet ein Elternteil den Urlaub in einem bestimmten Land zu gefährlich und sieht das Kindeswohl gefährdet, dann kann er sich ans Familiengericht wenden und eine einstweilige Verfügung beantragen, um die Reise zu verhindern.

Trotz gemeinsamen Sorgerechts kann es sein, dass nur einer der Elternteile das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für den Nachwuchs ausübt. Ist dies der Fall, kann der berechtigte Elternteil allein über den räumlichen Aufenthaltsort des Kindes bestimmen. Begrenzt wird dieses Recht wiederum dann, wenn das Trennungskind in ein Land mit einer politisch instabilen Lage außerhalb der EU mitgenommen werden soll.

Worauf sollten Eltern im Urlaub mit einem Trennungskind achten?

In den Ferien und an Feiertagen möchten naturgemäß beide Elternteile Zeit mit ihren Kindern verbringen. Damit nicht jedes Jahr aufs Neue Streit darüber entbrennt, mit dem das Trennungskind in den Urlaub fährt oder bei wem es die Feiertage verbringt, ist das Aufsetzen einer Umgangsregelung sinnvoll. So kann beispielsweise vereinbart werden, dass das Kind stets die erste Hälfte der Ferien mit dem Vater und die zweite Hälfte mit der Mutter verbringt. Selbstverständlich können auch abweichende Vereinbarungen getroffen werden.

Der Elternteil, bei dem sich das Kind aufhält, hat für diese Zeit das Recht inne, über die “Angelegenheiten des täglichen Lebens” allein zu bestimmen. Im Hinblick auf einen Urlaub bedeutet das, dass Dinge, die sich nicht negativ auf das Trennungskind auswirken, auch vom aktuell betreuenden Elternteil allein entschieden werden können. Bei Reisen innerhalb Deutschlands oder der EU treten in der Regel keine Probleme auf. Ist eine Motorrad Tour geplant oder sind andere gefährliche Freizeitbeschäftungen angedacht, wird keine “Angelegenheit des täglichen Lebens” mehr angenommen und der andere Elternteil muss informiert bzw. um Zustimmung gebeten werden.

Grundsätzlich gilt im Urlaub, wie bei anderen Situationen auch, dass das Kindeswohl durch einseitige Entscheidungen eines Elternteils nicht gefährdet werden darf. Könnte das Kind im Urlaub einer Gefahr ausgesetzt werden, sei es nun aufgrund des Reiseziels oder der dort geplanten Freizeitaktivitäten, muss der Umgangsberechtigte Rücksprache mit dem anderen Elternteil halten. In strittigen Fällen das Urlaubsziel betreffend, kann auch das Familiengericht angerufen werden.

 

Besuchsrecht – Diese 5 Tipps helfen bei der Umsetzung

Durch das Besuchsrecht, auch als Umgangsrecht bezeichnet, soll der regelmäßige Kontakt zwischen getrennt-lebenden Eltern und ihren Kindern sichergestellt werden. Doch die praktische Umsetzung dieses Besuchsrechts ist aufgrund von persönlichen Differenzen zwischen Vater und Mutter und anderen Faktoren nicht immer ganz einfach. Daher haben wir 5 hilfreiche Tipps für Sie, die Ihnen bei der Umsetzung des Besuchsrechts helfen.

1. Eine einvernehmliche Regelung finden

Bei Tipp 1 im Besuchsrecht geht es darum, eine einvernehmliche Regelung zum Besuchsrecht zu finden und den Streit darüber nicht derart eskalieren zu lassen, dass ein Gericht über das Besuchsrecht entscheiden muss. Denn einigen Sie sich gütlich mit dem anderen Elternteil hinsichtlich des Umgangsrechts, können Sie viel individueller auf Ihre persönliche Lebenssituation und dem emotionalen Zustand Ihres Kindes eingehen.

2. Richten Sie das Besuchsrecht am Alter Ihres Kindes aus

Wie Sie das Umgangsrecht mit dem anderen Elternteil Ihres Kindes in der Praxis ausgestalten, hängt unter anderem vom Alter des Kindes ab. Kinder, die noch jünger als ein Jahr sind sollten für die Besuche nicht aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden. Die Besuche sollten also bestenfalls in der Umgebung der Kinder stattfinden. Auch für die Entwicklung von Kleinkindern sind klare Strukturen und Abläufe sehr wichtig. Die Besuche sollten mehrere Stunden und möglichst immer zum gleichen Zeitpunkt abgehalten werden.

Schulkinder können an jedem zweiten Wochenende den umgangsberechtigten Elternteil besuchen und auch mal die Ferien bei ihm verbringen. Werden die Kinder älter, sollten sie und ihre geplanten Freizeitaktivitäten mit in die Besuchsrecht Planung einbezogen werden.

3. Wie eng ist die Bindung zwischen umgangsberechtigten Elternteil und Kind?

Bei der Umsetzung des Besuchsrechts sollte auch berücksichtigt werden, wie eng die Beziehung zwischen dem Kind und dem besuchsberechtigten Elternteil ist. Vielleicht haben die Eltern sich bereits kurz nach der Geburt des Kindes getrennt oder waren nie fest zusammen, dann sollte das Kind langsam an den Kontakt mit dem Elternteil herangeführt werden. Zunächst können die Besuche beispielsweise in einer gewohnten Umgebung stattfinden.

4. Kontinuität ist wichtig für Kinder

Bei der Umsetzung des Besuchsrechts sollte darauf geachtet werden, dass die Besuche sich natürlich in den Alltag des Kindes einfügen. Im Leben der Kinder hat sich durch die Trennung bzw. Scheidung der Eltern bereits so viel verändert, dass sie mit weiteren Veränderungen nur schlecht zurechtkommen. Die Besuchsrecht Umsetzung sollte sich also durch feste Regeln und Kontinuität auszeichnen.

5. Alle Beteiligten müssen sich an das Besuchsrecht gewöhnen

Bei allen Tipps zum Besuchsrecht sollten Sie stets bedenken, dass alle Beteiligten sich zunächst an die neue Situation gewöhnen müssen. Geben Sie sich und Ihrem Kind deshalb die Zeit, die sie alle brauchen.

 

Umgangsrecht – Wie oft ist ein Vater berechtigt, sein Kind zu sehen?

Trennen sich Eltern mit Kindern, sind Streitigkeiten um das Sorgerecht oder Umgangsrecht leider keine Seltenheit. Nur wenige Eltern schaffen es, ihre persönlichen Differenzen ohne Einbeziehung von Sorge- oder Umgangsrecht auszutragen. Manchmal eskalieren die Streitigkeiten so massiv, dass Mütter das Kind als Druckmittel gegenüber dem Vater (oder andersrum) einsetzen. Doch wie oft darf beispielsweise ein Vater sein Kind sehen, wenn dieses bei der Mutter lebt?

Umgangsrecht und Sorgerecht sind zwei verschiedene Dinge

Zunächst einmal müssen das Umgangsrecht und das Sorgerecht voneinander unterschieden werden. Unabhängig davon, wie das Sorgerecht im Detail ausgestaltet ist, haben Eltern ein Recht darauf, ihr Kind regelmäßig zu sehen. Das gilt sogar für den Fall, wenn der Vater das gemeinsame Sorgerecht für sein Kind an die Mutter abgetreten hat. In § 1684 BGB ist dieses Recht niedergeschrieben.

In der Regel dient es dem Kindeswohl, dass ein Kind den Kontakt zu beiden Elternteilen lebt. Der Umgang mit dem Vater oder einem Elternteil im Allgemeinen sollte nur dann verwehrt werden, wenn dieser Umgang das Kindeswohl gefährdet. Körperliche Gewalt gegenüber dem Kind oder eine Suchterkrankung können Gründe für die Verwehrung von Umgangsrecht sein.

Wie wird das Umgangsrecht des Vaters genau ausgestaltet?

Die genaue Ausgestaltung des Umgangsrechts des Vaters nach der Trennung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Derartige Faktoren sind beispielsweise die Distanz des Wohnorts des Vaters zum Wohnort des Kindes, der persönlichen Bindung von Vater und Kind, sowie der emotionale Zustand des betroffenen Kindes. Im Idealfall einigen sich Vater und Mutter friedlich über feste Umgangsregeln. Dabei hat es sich im Hinblick auf die Entwicklung der Kinder bewährt, klare Regelungen und Strukturen im Hinblick auf das Umgangsrecht zu finden. Das Kind sollte sich darauf verlassen können, wann es den Vater das nächste Mal sieht.

Entscheidet das Familiengericht über die Regelungen zum Umgangsrecht, dann entscheiden sich die Richter oft für ein Besuch des Kindes beim Vater, das jedes zweite Wochenende stattfindet.

Mutter darf Vater den Umgang mit dem Kind in der Regel nicht verwehren

Spricht nichts gegen einen regelmäßigen Umgang zwischen Vater und Kind, darf die Mutter das Umgangsrecht nicht einfach eigenmächtig einschränken. Tut sie dies dennoch, können ihr ernsthafte rechtliche Konsequenzen drohen. Die Mutter kann mit einem Ordnungsgeld oder mit Ordnungshaft bedacht werden. Zeigt sich die Mutter in Sachen Umgangsrecht dennoch nicht kooperativ, kann eine Umgangspflegschaft durch das zuständige Familiengericht angeordnet werden. Der Umgangspfleger sorgt dann dafür, dass das Umgangsrecht des Vaters durchgesetzt wird; auch gegen den Willen der Mutter. Im Extremfall kann der Mutter sogar ein Teil des Sorgerechts entzogen werden.

 

Auf diese Dinge sollten Sie bei einer Scheidung achten!

Eine Scheidung ist nicht nur in emotionaler Hinsicht ein einschneidendes Erlebnis im Leben eines Paares, sondern ändert auch den Alltag der Eheleute radikal. Doch auf welche Änderungen sollte man sich während Trennungsjahr und Scheidung gefasst machen und was sollte man während dieser Zeit alles beachten? Ein kleiner Ratgeber soll Aufschluss über diese und weitere Fragen geben.

Ratgeber Scheidung – Vor der Scheidung steht das Trennungsjahr

Bevor eine Ehe geschieden werden kann, muss das Paar mindestens für ein Jahr getrennt von “Tisch und Bett” leben. Das bedeutet, dass während dieser Zeit keine gemeinsame Lebensgemeinschaft bestehen darf. Die Trennung muss nach außen hin sichtbar sein. Eindeutig sichtbar wird die Trennung natürlich, sobald einer der Eheleute aus der ehelichen Wohnung auszieht, doch schon vor diesem Auszug kann das Trennungsjahr beginnen. Wenn die Eheleute getrennt voneinander schlafen und keine Versorgungsleistungen (wie z.B. kochen, waschen, einkaufen) füreinander übernehmen, reicht dies als äußere Manifestation der Trennung grundsätzlich aus. Um sich auch rückblickend über den Zeitpunkt des Beginn des Trennungsjahres einig zu sein, sollten Sie das genaue Datum der Trennung schriftlich festhalten.

Ratgeber Scheidung – Was passiert mit Wohnung und Mietvertrag?

Zieht einer der Ehepartner aus der gemeinsamen Wohnung aus, dann stellt sich die Frage nach den rechtlichen Konsequenzen dieser Handlung. Stehen beide Eheleute im Mietvertrag, muss mit dem Vermieter abgeklärt werden, ob der Ausziehende aus dem Vertrag entlassen werden kann. Ansonsten muss gemeinsam gekündigt werden. Gehört die Immobilie oder die Wohnung nur einem der Ehegatten, dann stellt sich einerseits die Frage, wer auszieht und andererseits gibt es etwas anderes zu bedenken. Denn verkaufen darf der Eigentümer das Haus oder die Wohnung während des Trennungsjahres nicht einfach ohne die Zustimmung des anderen Ehegatten, wenn die Voraussetzungen des sogenannten „Verfügungsverbotes“ bzw. der „Verfügungsbeschränkung“ gemäß § 1365 BGB vorliegen.

Können sich die Ehegatten nicht darüber einigen, wer aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen soll, dann muss ein Gericht entscheiden.

Ratgeber Scheidung – Gemeinsame Regelungen die Kinder betreffend treffen

Damit die Kinder nicht unnötig unter der Trennung leiden, sollten Sie als Eltern versuchen, gemeinsam Regelungen zu Betreuung und Umgang zu finden. Sehen Sie sich dazu nicht in der Lage, können Sie die Hilfe einer Beratungsstelle oder des Jugendamtes in Anspruch nehmen oder die Frage von einem Familiengericht klären lassen.

Ratgeber Scheidung – Konten trennen und Unterlagen sichten

Bereits unmittelbar nach der Trennung sollten Ehepartner ihre Konten und ihre Buchführung voneinander trennen. Den Ehegatten steht jeweils ein Informationsrecht darüber zu, wie hoch das Vermögen des jeweils anderen ist. In diesem Rahmen stehen dem Ehegatten Kopien über Kredit- oder Versicherungsunterlagen zu. Bestehen noch gemeinsame Versicherungen, sollten diese möglichst schleunigst gekündigt werden.

Ratgeber Scheidung – Gemeinsame steuerliche Veranlagung im Trennungsjahr

Bei einem Ratgeber Scheidung darf auch das Thema Steuer nicht fehlen. Im Jahr der Trennung ist es den Eheleuten gestattet, sofern sie dies wollen, sich steuerlich gemeinsam veranlagen zu lassen. Spätestens zu Beginn des Folgejahres nach der Trennung müssen die Eheleute die geänderten Steuerklassen haben. Dies gilt erst Recht bei Beantragung der Scheidung. Beispiel: Hat man sich im Jahre 2018 getrennt, muss man ab Januar 2019 nach der neuen Steuerklasse abgerechnet werden.

Ratgeber Scheidung – Einreichung des Scheidungsantrags nur per Anwalt

Damit eine Ehe vor Gericht geschieden werden kann, muss der Scheidungsantrag in Deutschland von einem zugelassenen Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt bei Gericht eingereicht werden. Es muss aber nicht bis zum vollständigen Ablauf des Trennungsjahres damit gewartet werden, den Scheidungsantrag einzureichen, da es einige Monate dauern kann, bis ein Scheidungstermin festgesetzt wird.