Was bedeutet Umgangsrecht

Im Blickpunkt: Umgangsrecht vs. Umgangsverbot

Umgangsrecht und was es bedeutet


Als Teilbereich des Familienrechts bestimmt das Umgangsrecht die Interaktion zwischen einem minderjährigen Kind und demjenigen Elternteil, mit dem das Kind nicht zusammen wohnt.

Im besten Fall ist es den getrennt lebenden Eltern selbst überlassen, gemeinsam eine Regelung bezüglich des Umgangs mit dem Kind festzulegen. Leider passiert es jedoch häufig, dass Eltern bei der Umgangsgestaltung keinen Konsens erreichen. Dieser Umstand ist oft gegeben, wenn sich die Eltern etwa im Bösen getrennt haben und nicht imstande sind, ihre Streitigkeiten zum Wohle des Kindes beizulegen.

Generell ist davon auszugehen, dass ein Umgang mit beiden Elternteilen zum Kindeswohl positiv beiträgt und von Vorteil für die Entwicklung des Kindes ist. Das Umgangsrecht hat hierbei die Funktion, auch nach der Trennung eines Paares dem Kind die Gelegenheit zu bieten, eine Beziehung zu beiden Elternteilen aufrecht zu erhalten. Durch den Umgang soll es beiden Eltern ermöglicht werden, an der Erziehung sowie an der Versorgung des Kindes teilhaben zu können und somit einen jeweiligen Beitrag zum Kindeswohl leisten zu können. Hierbei soll natürlich in erster Linie vermieden werden, dass das Kind sich von demjenigen Elternteil entfremdet, bei dem das Kind nicht lebt. Ganz im Gegenteil soll das Kind auch im Besonderen einen Einblick in die Lebensverhältnisse dieses Elternteils bekommen und an dessen Leben aktiv teilnehmen.

Ein Umgangsverbot kann nur durch einen gerichtlichen Beschluss verhängt werden. Diese Entscheidung muss begründet ausgesprochen werden, wenn das Gericht von einer konkreten Gefährdung des Kindeswohls ausgeht.

Ganz konkret: Das Umgangsverbot


In einem aktuellen Fall hat das Bundesverfassungsgericht (BverfG) nach einem jahrelangen Rechtsstreit das Umgangsverbot für einen Vater bestätigt (Beschluss vom 25.04.2015, Az.: 1 BvR 3326/14). Laut dieses Beschlusses ist es dem Mann nur gestattet, einmal im Monat einen Brief an seinen elfjährigen Sohn zu schicken. Ausschlaggebend für das Umgangsverbot war hierbei mitunter die Tatsache, dass das Kind selbst keinen Umgang mit dem Vater wünsche. Mit Vehemenz habe der Junge zum Ausdruck gebracht, jeglichen Kontakt zum Vater vermeiden zu wollen. Erschwerend kam darüber hinaus hinzu, dass die Kindesmutter aufgrund der brüchigen familiären Umstände nicht in der Lage gewesen sei, dem Kind ein positives Vaterbild vermitteln zu können.

Trotz des, aus der Perspektive des Kindesvaters, ungünstigen gerichtlichen Beschlusses, sah das BVerfG seine Entscheidung durchaus gerechtfertigt und gab in der Gerichtsmitteilung zu Protokoll, dass die Grundrechte des Vaters (aus Art. 6 Abs. 2 S. 1 Grundgesetz) hierbei nicht verletzt würden. Im Fokus der Richter stand bei der Erteilung des Umgangsausschlusses das Kindeswohl, das bei einer gegenteiligen Entscheidung möglicherweise nicht mehr gesichert gewesen wäre.

Rechtsanwalt Landucci hat sich in seiner in Köln ansässigen Kanzlei auf Familienrecht spezialisiert. Bei Fragen oder Problemen zu familienrechtlichen Sachverhalten, wie Umgangsrecht oder Umgangsverbot, steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Landucci vertrauensvoll zur Seite.

 

Im Blickpunkt: Umgangsrecht vs. Umgangsverbot
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