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7 Anzeichen, die auf das Ende einer Ehe hindeuten

Das Ende einer Ehe kommt in der Regel nicht plötzlich und unerwartet, sondern ist ein schleichender Prozess. Die Streitigkeiten in der Beziehung werden mehr und intime Momente voller Liebe und Zuneigung dafür weniger. Es gibt darüber hinaus aber noch einige Anzeichen, die auf das Ende einer Ehe hindeuten können.

1. Sie haben sich nichts mehr zu sagen

Sie kommen von einem ereignisreichen Tag nach Hause und verspüren nicht das Bedürfnis, sich mit Ihrem Ehepartner über das Erlebte auszutauschen? Dieses Verhalten stellen Sie an sich oder Ihrem Partner auch nicht nur einmalig, sondern so häufig fest, dass es beinahe schon zum Dauerzustand geworden ist? Dann sollten Sie dieses Anzeichen ernst nehmen und sich die Frage stellen, ob Sie sich eigentlich noch für das Leben Ihres Partners interessieren oder ob Sie nur noch nebeneinander her leben. Trifft letzteres zu, könnte eine Trennung oder Scheidung angezeigt sein.

2. Sie kämpfen nicht mehr um Ihre Beziehung

Schon seit längerer Zeit kriselt es in Ihrer Beziehung und zu Beginn dieser Krise haben Sie und Ihr Partner auch noch versucht, an der Ehe zu arbeiten. Aber seit einer Weile fällt Ihnen auf, dass weder Sie noch Ihr Ehepartner die Kraft oder die Lust haben, Ihre Eheprobleme zu lösen. Ist dies der Fall, kann dies ein Anzeichen für ein sich anbahnendes Ende der Beziehung sein.

3. Sarkasmus und Wut statt konstruktiver Problemlösung

An die Stelle von konstruktiven Streitgesprächen sind sarkastische Kommentare und wütende Wortwechsel getreten? Für konstruktive Problemlösung ist in Ihrer Ehe kein Raum mehr? Dann kann es sehr schwer werden, ohne Hilfe von außen eine Beziehungskrise zu überwinden. Möglicherweise sind die Eheprobleme so weit fortgeschritten, dass eine Scheidung die logische Konsequenz ist.

4. Sie stellen sich ein Leben ohne Ihren Partner vor

Sie erwischen sich immer häufiger dabei, wie Sie sich ein Leben ohne Ihren Ehepartner vorstellen? Sie richten in Ihrer Phantasie bereits Ihre eigene Wohnung ein und malen sich Single Urlaube an Ihren Lieblingsorten aus? In diesem Fall scheint es beinahe so, als hätten Sie sich innerlich mit dem Ende Ihrer Beziehung und einer Scheidung abgefunden. Es wird schwer werden, jetzt noch die Notbremse zu ziehen.

5. Sex und Zärtlichkeiten gibt es schon lange nicht mehr

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass Ihre Ehe am Ende sein könnte, ist das Fehlen von Sex und Zärtlichkeiten in der Beziehung. In diesem Zusammenhang ist nicht bereits eine kurzweilige sexuelle Flaute besorgniserregend, sondern eher eine wochen- bis monatelange Phase ohne Zärtlichkeiten und Sex. Haben Sie noch nicht einmal mehr das Bedürfnis sich an Ihren Partner ran zu kuscheln und empfinden Sie jede Berührung mit Ihm als Zumutung, könnte eine Scheidung zum Thema werden.

6. Sie sind erleichtert, wenn Ihr Partner nicht da ist

Klar, auch in einer Beziehung braucht jeder der Partner mal seinen Freiraum. Doch geht das Bedürfnis nach Zeit alleine so weit, dass Sie beinahe körperliche Erleichterung empfinden, wenn Ihr Ehepartner nicht zu Hause ist, dann kann dies ein Anzeichen für eine bevorstehende Scheidung sein.

7. Sie ignorieren Ihr Bauchgefühl

Wenn Sie eigentlich schon seit einer Weile spüren, dass Ihre Ehe am Ende ist, Sie aber diesbezügliche Anzeichen schon lange ignorieren, sollten Sie verstärkt auf Ihre innere Stimme hören. Denn tief in sich drin werden Sie spüren, ob Sie sich eine Scheidung wünschen oder nicht. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl.

 

Aufrechterhaltung einer Kinderehe wegen besonderen Härtefalls

Seit letztem Jahr sind Kinderehen in Deutschland eigentlich nicht gebilligt und können durch richterliche Entscheidung aufgehoben werden. So sieht es das “Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen vor.” Dieses Verbot dient dem Zweck, Minderjährige vor einer zu frühen Heirat zu schützen. In besonderen Härtefällen kann allerdings vom Verbot der Kinderehe abgesehen werden. Solch einen besonderen Härtefall sah das OLG Oldenburg im Fall einer minderjährigen Rumänin als gegeben an.

Verstoß gegen das “Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen”?

Eine junge 16-jährige Frau und ein 22-jähriger Mann heirateten im Sommer 2017 in Rumänien. Schon kurze Zeit nach der Eheschließung bekam das Paar ein Kind. Der Ehemann lebte und arbeitete schon seit vier Jahren in Deutschland, genauso wie seine Eltern. Die Eltern des Ehepaares standen der jungen Familie in ihrem Alltag unterstützend zur Seite. Der Antragsteller sah in der geschlossenen Kinderehe einen Verstoß gegen das “Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen” und beantragte, die Ehe aufheben zu lassen. Doch das zuständige Amtsgericht wies den Antrag des Antragstellers ab, woraufhin dieser Beschwerde einlegte. Jetzt hatte das Oberlandesgericht Oldenburg über den Fall zu entscheiden.

Die Entscheidung des OLG Oldenburg

Die Richter des Oberlandesgerichtes waren der Ansicht, dass die Aufhebung der Kinderehe in diesem speziellen Fall eine besondere Härte darstellen würde. Zwar sei es richtig, dass gemäß § 1314 Abs. 1 Nr. 1 BGB eine Kinderehe, also eine Ehe, die entgegen des § 1303 S. 1 BGB mit einem Minderjährigen eingegangen wurde, aufgehoben werden kann. Dieses Verbot gilt auch für Ehen, die nach ausländischem Recht wirksam geschlossen wurden.

Doch im zu entscheidenden Fall seien die Folgen der Aufhebung der Kinderehe als besonderer Härtefall anzusehen. Denn bei der minderjährigen Rumänin lägen außergewöhnliche Umstände vor. Entfalle durch die Aufhebung der Kinderehe die eheliche Verbindung der jungen Frau zu ihrem Mann, dann würde auch ihr Aufenthaltsrecht in Deutschland auslaufen. Durch die Aufhebung der Kinderehe würde das ihr als EU-Bürgerin zustehendes Recht der Freizügigkeit eingeschränkt. Nur wenn sie weiterhin mit ihrem Mann verheiratet bliebe, könnte sie weiterhin in Deutschland bleiben. Momentan profitiere die junge Frau noch von der sogenannten Arbeitnehmerfreizügigkeit. Diese ermöglicht es jedem EU-Bürger, in einem anderen Mitgliedsstaat der EU zu arbeiten. Zusätzlich kann der im Ausland arbeitende Arbeitnehmer noch seinen Ehepartner mitbringen.

Durch die Aufhebung bzw. das Verbot der Kinderehe würde man im konkreten Fall also die junge Frau von ihrer Familie trennen. Das stuften die Richter als besonderen Härtefall ein.

Hinzu kam in diesem Fall noch, dass die Eheschließung freiwillig und ohne Zwang zustande gekommen ist.

 

Eheschließung: Behördengänge nach der Hochzeit

Von der Hochzeit sind nur noch schöne Fotos und ein Berg von Geschenken übrig und auch die Flitterwochen sind schon Geschichte. Doch die rechtlichen Veränderungen, die mit der Trauung einhergehen, müssen auch in bürokratischer Hinsicht ihren Niederschlag finden. Das frisch vermählte Ehepaar muss nach der Eheschließung einige Behördengänge absolvieren, die nicht auf die lange Bank geschoben werden sollten.

Wichtige Dokumente müssen auf den neuen Namen ausgestellt werden

Bei vielen Eheleuten trägt einer der Partner nach der Hochzeit einen neuen Namen. Dieser Ehegatte sollte nun so schnell wie möglich wichtige Papiere wie den Personalausweis, den Reisepass, Zulassungspapiere für Ihr Fahrzeug, sowie Ihren Führerschein ändern lassen. Die Behördengänge führen Sie für die Beantragung bzw. Abänderung neuer Ausweispapiere ins Einwohnermeldeamt. Um nach der Hochzeit die Zulassungspapiere Ihres Fahrzeugs umzuschreiben, müssen Sie sich an die für Sie zuständige Zulassungsstelle wenden.

Das Finanzamt informieren

Wichtige Behördengänge nach der Hochzeit schließen auch das Finanzamt mit ein. Denn durch eine Hochzeit verändert sich zumeist Ihre und die Steuerklasse Ihres Ehegatten. Wenn das Finanzamt von Amts wegen über Ihre Eheschließung informiert wird, werden Sie in die Steuerklasse IV. eingeordnet. Möchten Sie, dass ein Wechsel in die Klassen III. und V. veranlasst wird, müssen Sie sich mit dem für Sie zuständigen Finanzamt in Verbindung setzen. Die neue Steuerklasse kann für das kommende Jahr beantragt werden oder schon für das laufende Jahr Wirksamkeit entfalten.

Informieren Sie sich über mögliche Veränderungen Ihres Versicherungsschutzes

Durch eine Hochzeit können auch Belange des Versicherungsschutzes tangiert werden. So kann sich unter Umständen einer der Ehepartner in der gesetzlichen Krankenversicherung über den anderen Ehepartner mitversichern, wenn er nur über ein kleines Einkommen verfügt. Auch Versicherungen, die Sie eventuell doppelt abgeschlossen haben, wie eine Privathaftpflicht- oder eine Hausratsversicherung, sollten Sie kündigen und gemeinsam einen Tarif für Eheleute abschließen. Zudem sollten Sie überprüfen, ob bei einer eventuell abgeschlossenen Lebensversicherung, die Person des Begünstigten noch ihrer aktuellen Lebenssituation entspricht.

Verträge und Zugriffsrechte aktualisieren

Nach der Hochzeit können aber auch noch andere Behördengänge notwendig sein. So müssen Sie Ihren Arbeitgeber über Ihren neuen Namen informieren, Kontakt mit Banken aufnehmen und darüber nachdenken, ob Sie ein Testament, sowie eine Patientenverfügung aufsetzen möchten, die ihrer neuen Lebenssituation besser entspricht als eventuell vorhandene ältere Versionen. Außerdem stellt sich nach einer Hochzeit die Frage danach, ob Sie und Ihr Partner ein gemeinsames Konto eröffnen möchten oder ob Sie Ihrem Partner nur für bestimmte Situationen eine Vollmacht für den Zugriff auf Ihr Konto zugestehen möchten.

 

Die rechtliche Bedeutung einer Verlobung

Verliebt, verlobt, verheiratet. Diese traditionelle Reihenfolge wählen nach wie vor viele Paare auf dem Weg zur Traumhochzeit. Doch was bedeutet eine Verlobung eigentlich im rechtlichen Sinne und welche Rechte und Pflichten erwachsen aus ihr?

Was heißt eigentlich Verlobung?

Ein Rechtsanwalt für Familienrecht wird Ihnen erläutern, dass man unter einer Verlobung das gegenseitige Versprechen zweier Menschen versteht, zu einem späteren Zeitpunkt die Ehe miteinander einzugehen. Einer besonderen Form, wie der Schriftform beispielsweise, bedarf solch ein Eheversprechen nicht. Selbst ein Ring ist entgegen der langläufigen Ansicht nicht notwendig, um eine Verlobung zu besiegeln. Genauso wenig wie das Eheversprechen, bedarf dessen Auflösung einer bestimmten Form. Um sich verloben zu können, muss man in Deutschland 16 Jahre alt und nicht bereits mit einem anderen Partner verheiratet sein. Dies kann Ihnen auch ein Rechtsanwalt genauer erläutern.

Gehen Rechte und Pflichten mit einer Verlobung einher?

Weder in steuerrechtlicher noch in erbrechtlicher Hinsicht ergeben sich aus einer Verlobung irgendwelche Konsequenzen. Ist kein Testament zugunsten des Verlobten errichtet worden und stirbt einer der Partner, stehen dem hinterbliebenen Verlobten keinerlei gesetzliche Erbrechte zu. Damit Verlobte in einer Notsituation einander beispielsweise auf der Intensivstation besuchen können, sollten sie sich bei einem Rechtsanwalt im Hinblick auf eine Vorsorgevollmacht beraten lassen. Denn eine Verlobung allein berechtigt noch nicht dazu, seinen Partner auf der Intensivstation zu besuchen oder über dessen Gesundheitszustand informiert zu werden.

Ein Recht, das Paaren durch eine Verlobung zuerkannt wird ist, dass sie sich bei Aussagen vor Gericht nicht gegenseitig belasten müssen.

Auflösung der Verlobung – Ist ein Schadensersatz möglich?

Will einer der Partner nicht länger am Verlöbnis festhalten, hat der andere selbstverständlich kein Recht darauf, die Ehe einzuklagen. Je nach Sachlage, kann eine aufgelöste Verlobung jedoch zu einem Anspruch auf Schadensersatz führen. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn mit Blick auf die Hochzeit bereits Anschaffungen getätigt wurden oder einer der Partner für den anderen in eine Stadt umgezogen ist. Ein Rechtsanwalt für Familienrecht kann Ihnen erklären, in welchen Fällen eine Klage auf Schadensersatz Aussicht auf Erfolg hat. Ein klassisches Beispiel für Aufwendungen, die mit Blick auf eine Hochzeit getätigt wurden, ist der Kauf eines Hochzeitskleides. Das Geld für die entstandenen Aufwendungen kann von dem Partner zurückverlangt werden, der die Verlobung aufgelöst hat. Allerdings gilt das nicht für den Fall, dass die Verlobung aufgrund der Untreue oder gewalttätiger Handgreiflichkeiten des anderen Partners gelöst wurde.

Auch die Herausgabe der gegenseitig im Hinblick auf die Eheschließung gemachten Geschenke, können bei einem aufgelösten Verlöbnis heraus verlangt werden.

 

Hochzeit: Vorteile und Nachteile der Ehe

Sie sind verliebt und fühlen sich bei Ihrem Partner gut aufgehoben. Sie planen, den Rest Ihres Lebens mit diesem Menschen zu verbringen. Doch welche Vor- und Nachteile hat die Ehe eigentlich und worauf sollten Sie bei der Entscheidung für oder gegen eine Hochzeit unbedingt achten?

Welche Vorteile hat eine Ehe?

Neben den psychologischen und emotionalen Faktoren hat eine Hochzeit noch weitere Vorteile. Diese sind:

  • Ehepaare dürfen einen gemeinsamen Namen tragen und signalisieren dadurch Zusammengehörigkeit
  • geteiltes Sorgerecht bei in der Ehe geborenen Kindern
  • steuerrechtliche Vergünstigungen in Form des Ehegattensplittings
  • Ehepartner sind einander zu Unterhalt verpflichtet
  • verstirbt einer der Eheleute, hat der andere einen Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente
  • das gesetzliche Erbrecht sichert Eheleute im Todesfall ab
  • Vorteile im Hinblick auf den Abschluss von Kranken- und Pflegeversicherungen
  • Ehepaare können gemeinsam ein Kind adoptieren
  • Ehepaaren steht vor Gericht ein Zeugnisverweigerungsrecht zu
  • Vorteile in Bezug auf Erbschafts- und Schenkungssteuer
  • aufenthaltsrechtliche Vorteile im Falle einer binationalen Ehe
  • in der Ehe geborene Kinder tragen automatisch den Familiennamen
  • Auskünfte von Ärzten bei schwerer Erkrankung des Partners werden erteilt

Welche Nachteile hat eine Ehe?

Eine Hochzeit ist ein kostspieliges Ereignis, das weitreichende rechtliche und persönliche Folgen hat. Diese Gründe sorgen dafür, dass einige Verliebte lieber in “wilder Ehe” zusammenleben. Die Nachteile einer Ehe sind:

  • Trennung eines Ehepaares muss formalen Anforderungen genügen
  • der Weg zu einer Scheidung ist lang und kostspielig
  • im Rahmen der sogenannten “Schlüsselgewalt” müssen Ehepartner füreinander haften
  • der gesetzliche Zugewinnausgleich kann zu finanziellen Einbußen für einen der Partner führen
  • selbst ein wenig geliebter Ehegatte hat ein gesetzliches Pflichtteilsrecht im Hinblick auf ein Erbe
  • Nachteile für Männer durch die Ehe im Hinblick auf sogenannte “Kuckuckskinder” (zunächst ist erst einmal der Mann in rechtlicher Hinsicht Vater eines Kindes, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Kindsmutter verheiratet war)
  • eine nicht bestehende Vaterschaft muss angefochten werden

Vorteile und Nachteile einer Ehe in Ruhe abwägen

Eine Hochzeit ist ein bedeutsamer persönlicher und rechtlicher Schritt, der nicht übereilt gewagt werden sollte. Aufgrund der vielen Veränderungen, die mit einer Ehe einhergehen, sollten Sie sich sicher sein, diese auch wirklich schließen zu wollen.

Haben Sie ein Unternehmen oder möchten Sie, dass bestimmte zukünftig zu erwartende Vermögenswerte nicht in einen etwaigen Zugewinnausgleich mit einfließen, dann sichern Sie sich durch das Aufsetzen eines Ehevertrages ab. Durch einen Ehevertrag können Sie einen abweichenden Güterstand vereinbaren und auch andere Regelungen treffen, die Ihnen die rechtlichen Abläufe bei der Trennung im Falle einer Scheidung erleichtern. Ob Sie sich am Ende für oder gegen eine Hochzeit entscheiden, bleibt ganz Ihnen überlassen.

 

Die Eheschließung von Ausländern in Deutschland

Liebe ist allgegenwärtig und macht auch vor Ländergrenzen nicht Halt. Daher ist es auch nur wenig verwunderlich, dass Menschen im Ausland ihren Partner fürs Leben finden. Doch was ist bei der Eheschließung von Ausländern in Deutschland zu beachten und welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit solch eine Ehe geschlossen werden kann?

Wann kann ein Ausländer in Deutschland heiraten?

Die Frage danach, wann ein Ausländer in Deutschland den Bund fürs Leben eingehen kann, wird nicht allein nach deutschem Recht beurteilt. Maßgeblich sind vielmehr die Regelungen des Landes, dessen Staatsangehörigkeit der Heiratswillige besitzt. Grundsätzlich wird im Rahmen der allgemeinen Ehevoraussetzungen jedoch die Eheschließung einer Person, die sowohl die deutsche als auch eine weitere Staatsangehörigkeit hat, dabei nach deutschem Recht beurteilt.

Damit die Eheschließung zwischen einem Ausländer und einem Deutschen oder zwischen zwei Ausländern in Deutschland vollzogen werden kann, dürfen keine Eheverbote oder Ehehindernisse nach geltendem Recht des Heimatstaates, aus dem der Ehegatte in spe stammt, der Trauung entgegenstehen. Gründe, die gegen eine Heirat sprechen sind beispielsweise, dass der Heiratswillige in seiner Heimat bereits verheiratet oder er noch minderjährig ist. Die Überprüfung der Voraussetzungen, die für eine Eheschließung vorliegen müssen, obliegt dabei dem zuständigen Standesamt.

Ehefähigkeitszeugnis soll Überprüfung erleichtern

Da die Standesbeamten weder die Zeit noch die Kapazitäten haben, um die Ehefähigkeit ausländischer Mitbürger zu überprüfen, müssen diese ein Zeugnis der zuständigen Behörde ihres Heimatstaates beibringen. Dieses Ehefähigkeitszeugnis soll den Standesbeamten die Arbeit erleichtern und belegen, dass gemäß den Gesetzen des Heimatstaates keine Ehehindernisse einer Eheschließung entgegenstehen. Solch ein Ehefähigkeitszeugnis hat eine Gültigkeit von sechs Monaten und muss zwingend vorgelegt werden bzw. es muss eine Befreiung von dieser Verpflichtung beantragt werden.

Eheschließung mit einem Ausländer – Was gilt es nach der Hochzeit zu beachten?

Lebt das Ehepaar nach der Eheschließung in Deutschland, ist das deutsche Familienrecht auf sie anzuwenden. Jedenfalls solange, wie das Ehepaar sich in Deutschland aufhält. Im Hinblick auf die Eheschließung mit einem Ausländer können vor allem erbrechtliche Besonderheiten greifen. So gilt für jeden Ehegatten die Erbrechtsordnung des Landes, dessen Staatsangehörigkeit dieser zum Zeitpunkt seines Todes innehat.

Eheschließung mit einem Ausländer – Welche Auswirkungen hat das auf die Aufenthaltsbestimmungen?

Heiratet ein Ausländer einen deutschen Staatsbürger, dann erlangt er regelmäßig einen Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, die auf drei Jahre befristet ist. Nur in Ausnahmefällen wird diese versagt. Eine Einbürgerung erfolgt bei der Eheschließung für den Ausländer nicht automatisch, die Voraussetzungen für solch eine Einbürgerung sind allerdings erleichtert. Heiraten zwei Ausländer in Deutschland, hat das auf ihre Aufenthaltserlaubnis erst mal keine Auswirkungen.

 

Hochzeit im Ausland – Was Sie dazu wissen sollten!

Für viele Paare ist es eine absolute Traumvorstellung, an einem exotischen Ort im Ausland zu heiraten. Sei es an einem weißen Sandstrand am Meer oder in einer malerischen Bergkulisse, eine Hochzeit im Ausland erfordert einiges an Planungsaufwand. Doch welche Unterlagen benötigt man für eine Hochzeit außerhalb Deutschlands und kann es Probleme mit der Anerkennung der im Ausland geschlossenen Ehe in Deutschland geben?

Welche Unterlagen benötigt man für eine Hochzeit im Ausland?

Zunächst stellt sich das Problem, dass die Anforderungen an die beizubringenden Unterlagen und Dokumente für eine Eheschließung außerhalb Deutschlands von Land zu Land unterschiedlich sind. Es gibt allerdings einige Unterlagen, die müssen für das Heiraten in fast allen Ländern bereitgestellt werden. Dazu gehören Reisepass und Personalausweis, eine Abstammungsurkunde oder eine internationale Geburtsurkunde, ein Ehefähigkeitszeugnis, eine Heiratsurkunde inklusive Vermerk der Eheauflösung, falls bereits einer der Eheleute verheiratet war.

War einer der Partner bereits verheiratet und ist der Ehegatte verstorben, sollte zudem die Sterbeurkunde des Verstorbenen beigebracht werden.

Um im Hinblick auf die geforderten Unterlagen am Ort der Hochzeit keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Sie sich frühzeitig mit dem zuständigen Standesamt vor Ort in Verbindung setzen. Informieren Sie sich darüber, welche Dokumente am jeweiligen Trauungsort benötigt werden und ob das Standesamt Übersetzungen der geforderten Dokumente wünscht. Weitere Informationen zu Anforderungen an die Dokumente für Ihre Hochzeit im Ausland finden Sie auf der Homepage des Bundesverwaltungsamtes.

Erfordert das Heiraten im Ausland einen Dolmetscher?

Sollten Sie die Amtssprache am Ort der Hochzeit nicht verstehen, müssen Sie sich frühzeitig um die Organisation eines Dolmetschers kümmern. Denn in den meisten Ländern sehen die gesetzlichen Bestimmungen vor, dass Sie der Trauungszeremonie sprachlich folgen können müssen. Nur so sind Sie in der Lage zu verstehen, welche rechtliche Verpflichtung Sie durch Ihr “Ja” und Ihre Unterschrift eingehen.

Wie erfolgt die Anerkennung der im Ausland geschlossenen Ehe in Deutschland?

Schon vor Ihrer Abreise nach Deutschland sollten Sie sich bei Ihrem heimischen Standesamt darüber informieren, ob Hochzeitsdokumente in englischer oder einer anderen Sprache akzeptiert werden oder ob Sie die Urkunden der Hochzeit ins Deutsche übersetzen lassen müssen. Vergessen Sie außerdem nicht, sich Ihre Heiratsurkunden noch am Ort der Trauung oder von der deutschen Botschaft ausstellen zu lassen, bevor Sie das Land wieder verlassen.

Nach dem Heiraten im Ausland müssen Sie zurück in Deutschland kein bestimmtes Anerkennungsverfahren durchlaufen, damit die Ehe bei Ihnen Zuhause rechtlich anerkannt wird. Voraussetzung für die Anerkennung der im Ausland geschlossenen Hochzeit in Deutschland ist lediglich, dass die am Eheschließungsort geltenden Formvorschriften eingehalten wurden und dass kein nach deutschem Recht geltendes Eheverbot verletzt wurde.

Nach der Hochzeit im Ausland, können, aber müssen Sie nicht, Ihre Ehe in einem deutschen Eheregister fixieren lassen. Auch ohne diese Eintragung entfaltet das Heiraten im Ausland seine rechtliche Wirkung in Deutschland.

 

Ehe, Scheidung & Unterhalt: Die 10 größten Irrtümer

Kaum ein anderes deutsches Rechtsgebiet ist so sehr von irrigen Annahmen betroffen wie das Unterhalt- und Scheidungsrecht. Da einige der Irrtümer über Ehe, Scheidung und Unterhalt schwerwiegende Konsequenzen für die Betroffenen haben können, soll im Folgenden über die am weitesten verbreiteten Fehleinschätzungen zu diesem Thema aufgeklärt werden.

1. Mein Ex-Partner und ich sind uns einig und brauchen für die Scheidung keinen Anwalt

Zwar mag es in solch einem Fall sinnvoll sein, nur einen und nicht zwei Anwälte mit der Scheidung zu beauftragen, ganz ohne Anwalt geht es im Unterhalt- und Familienrecht aber nicht. Der sogenannte “Anwaltszwang” hat den Zweck, unzulässige Verfahren zu vermeiden und natürlich auch die Ehegatten vor Fehlentscheidungen zu schützen. Auch bei einem einvernehmlichen Scheidungsverfahren können nicht beide Parteien von demselben Anwalt vertreten werden. Möglich ist lediglich, dass nur ein Anwalt die Scheidung für seinen Mandanten beantragt und der andere der Scheidung zustimmt.

2.Ich hafte für die Schulden meines Ex- Ehepartners

Auch im Falle des Endes der Ehe muss jeder der Ex-Eheleute nur für die eigenen Verbindlichkeiten haften. Zu diesem Grundsatz gibt es jedoch zwei Ausnahmen. Gemeinsam unterzeichnete Verträge können genauso wie Geschäfte zur Deckung des Lebensbedarfs vom Gläubiger von beiden Schuldnern, also den Ex-Eheleuten, eingefordert werden.

3. Die Hälfte des Vermögens meines Partners gehört mir

Auch diese weit verbreitete Annahme die Ehe betreffend ist unzutreffend. Selbst, wer während der Ehe im sogenannten Güterstand der Zugewinngemeinschaft (dies ist der gesetzliche Regelfall, anderes kann aber vereinbart werden) lebt, kann kein Eigentum des Partners erlangen, das diesem bereits vor der Schließung des Ehe gehörte. Grundsätzlich wird bei einer Scheidung nur das innerhalb der Ehe erwirtschaftete Vermögen unter beiden Ehepartnern gerecht aufgeteilt.

4. Ich muss für höchstens 3 Jahre Unterhalt an meinen Ex-Partner bezahlen

Viele Menschen sind der irrigen Ansicht, dass der nacheheliche Unterhalt auf einen Höchstzeitraum von drei Jahren begrenzt ist. Laut einer Entscheidung des BGH ist eine kurze zeitliche Begrenzung von Unterhalt allerdings nur in Fällen, wie beispielsweise sehr kurzen Ehen, angemessen. Es muss immer im Einzelfall entschieden werden, wie lange ein nachehelicher Unterhalt angemessen erscheint. Dabei werden unter anderem Kriterien wie die Betreuungssituation etwaiger Kinder oder der allgemeinen Gestaltung der Ehe berücksichtigt.

5. Unterhalt nur bis zum 27. Lebensjahr

Auch in diesem Fall gibt es keine eindeutige Altersgrenze, bis zu dem Unterhalt für ein Kind geleistet werden muss. Wer wirtschaftlich dazu in der Lage ist, muss bis zum Abschluss der ersten Ausbildung des Kindes Unterhalt zahlen.

6. Die Mutter bekommt automatisch nach der Scheidung das Sorgerecht für die Kinder

Diese noch vor einigen Jahrzehnten häufig praktizierte Vorgehensweise ist mittlerweile überholt. Grundsätzlich stehen beiden Eltern die gleichen Rechte und Pflichten in Bezug auf ihre Kinder und den Unterhalt zu und sie teilen sich das Sorgerecht. Lediglich bei Antrag eines Ex-Partners auf alleiniges Sorgerecht, entscheidet das Familiengericht.

7. Eine kurze Ehe kann annulliert werden

Das deutsche Recht kennt das Institut der Ehe Annullierung nicht. Das bedeutet, dass auch eine extrem kurze Ehe nach den Regelungen einer ordnungsgemäßen Scheidung beendet werden muss. Zwar kann eine Ehe unter bestimmten Voraussetzungen im Härtefall frühzeitig beendet werden, die Voraussetzungen dafür sind allerdings sehr eng.

8. Ich muss keinen Unterhalt mehr zahlen, da mein Ex einen neuen Partner hat

Trotz einer neuen Beziehung muss der Unterhalt für den oder die Ex weiter aufgebracht werden, auch wenn er eventuell durch ein Zusammenziehen des Ex-Partners mit seinem neuen Partner gemindert werden kann.

9. Eine Scheidung ist überflüssig

In den meisten Fällen hat es finanzielle Nachteile für beide Partner, eine Scheidung zeitlich zu verzögern. Gerade der besser verdienende Partner kann finanzielle Nachteile erleiden, da der Stichtag für den Versorgungs- und Zugewinnausgleich die Rechtshängigkeit der Scheidung ist.

10. Eine Scheidung ist ohne meine Zustimmung nicht möglich

Eine Scheidung hängt grundsätzlich nicht davon ab, ob der andere Partner dem Ende der Ehe bzw. der Scheidung zustimmt. Der Antrag auf Scheidung der Ehe wird am Ende zu einer Scheidung führen, wenn ein Scheitern der Ehe glaubhaft nachgewiesen werden kann.

 

Die Ehe für alle – Endlich ist sie da!

Unzählige homosexuelle Paare haben jahrzehntelang auf diesen Moment gewartet und jetzt ist es endlich soweit. Die Ehe für alle wurde im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert und trat am 1. Oktober in Kraft. Ab jetzt können auch zwei Personen gleichen Geschlechts heiraten und müssen nicht auf die amtlich eingetragene Lebenspartnerschaft ausweichen. Doch welche rechtlichen Veränderungen bringt die Ehe für alle und was passiert mit den Paaren, die bislang eine eingetragene Lebenspartnerschaft geführt haben?

Welche rechtlichen Veränderungen bringt die Ehe für alle mit sich?

Die größte Veränderung, die sich durch die gleichgeschlechtliche Ehe ergibt, betrifft das Adoptionsrecht. Denn bislang war es gleichgeschlechtlichen Paaren nicht möglich, gemeinsam ein Kind zu adoptieren. Jetzt können auch schwule oder lesbische Paare gemeinsam ein Kind adoptieren, wenn sie die Ehe eingegangen sind und die weiteren Voraussetzungen für eine Adoption vorliegen. Denn das deutsche Adoptionsrecht verlangt als eine der Voraussetzungen für eine gemeinsame Adoption, den Status Ehepaar. Ob Ehefrau und Ehemann oder eine andere Konstellation, spielt dabei keine Rolle.

Wird eine eingetragene Lebenspartnerschaft automatisch zu einer Ehe für alle?

Eine eingetragene Lebenspartnerschaft wandelt sich nicht automatisch in eine Ehe um. Zu diesem Zweck müssen beide Partner im Standesamt erscheinen und erklären, dass sie gerne die Ehe miteinander eingehen möchten. Nachdem die gesetzlichen Regelungen zur Ehe für alle in Kraft getreten sind, können eingetragene Lebenspartnerschaften übrigens nicht mehr eingegangen werden. Wer allerdings bereits eine Lebenspartnerschaft hat eintragen lassen und diese nicht in eine Ehe umwandeln lassen möchte, kann auch in Zukunft weiter eine Lebenspartnerschaft führen.

Neue Software ist für die Ehe für alle notwendig

Da die aktuelle Standesamtsoftware derzeit noch nicht zwei Männer oder zwei Frauen als Ehepaar erfassen kann, werden die amtlichen Register derzeit umgestellt. Die Umstellung wird voraussichtlich am 1. November 2018 abgeschlossen sein.

Daher müssen gleichgeschlechtliche Paare sich derzeit entscheiden, wer im elektronischen Register als “Ehefrau” und wer als “Ehemann” geführt wird. Diese Lösung ist zwar nicht ideal, steht der formalen Gültigkeit der Ehe für alle aber nicht im Wege. Korrekt ausgestellte Eheurkunden sollen die Paare auch jetzt schon ausgehändigt bekommen. Neue Kosten soll die Aktualisierung der Standesamtsoftware übrigens nicht verursachen.

Scheidung auch bei gleichgeschlechtlichen Ehen

Bislang sprach man bei einer Trennung von homosexuellen Paaren in einer Lebenspartnerschaft von einer „Aufhebung der Lebenspartnerschaft“. Durch die Ehe für alle ist es nun auch gleichgeschlechtlichen Paaren möglich, sich scheiden zu lassen. Bei einer solchen Scheidung gelten die gleichen Rechte wie bei einer “klassischen” Ehe.

Ehe für alle gibt es in anderen Ländern schon seit Jahren

In Deutschland leben rund 43.000 homosexuelle Paare in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zusammen. Viele dieser Paare interessieren sich bereits dafür, ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe mit allen Rechten und Pflichten umwandeln zu lassen.

Die Ehe für alle ist unter anderem in den Niederlanden, in Belgien, in Spanien, in Norwegen und in Schweden bereits seit einigen Jahren an der Tagesordnung.

 

Ehe für alle – Welche rechtlichen Konsequenzen hat die Gesetzesänderung?

Jetzt ist es offiziell. Nach dem Bundestag hat jetzt auch der Bundesrat der Ehe für alle zugestimmt. Schon ab November 2017 soll es gleichgeschlechtlichen Paaren möglich sein, die Ehe zu schließen. Doch welche rechtlichen Konsequenzen zieht die Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches eigentlich konkret nach sich und wie wirken sich diese Änderungen auf bereits geschlossene Lebenspartnerschaften aus?

Was ändert sich durch die Ehe für alle?

Homosexuelle Paare, die eine Ehe eingehen, haben künftig genau die gleichen Rechte und Pflichten, wie heterosexuelle Eheleute. Die größte Änderung betrifft dabei das Adoptionsrecht. Denn bislang war es schwulen und lesbischen Paaren nicht möglich, gemeinsam ein Kind zu adoptieren. Durch die Ehe für alle, können in Zukunft auch homosexuelle Paare gemeinsam Eltern eines adoptierten Kindes werden.

In den Bereichen des Erbschafts- und Steuerrechts stehen eingetragenen Lebenspartnern bereits die gleichen Rechte zu wie heterosexuellen Ehepartnern. Auch das Ehegattensplitting ist bereits für eingetragene Lebenspartner anwendbar. Doch der Beschluss, die Ehe für alle einzuführen, hat einen tiefen symbolischen Wert. Denn beim Ausfüllen von Formularen müssen sich gleichgeschlechtlich verheiratete Ehepaare zukünftig nicht mehr „zwangsouten“.

Bislang standen verpartnerten gleichgeschlechtlichen Paaren beim Ausfüllen von Formularen die drei Optionen “ledig”, “verheiratet” oder “eingetragene Lebenspartnerschaft” zur Verfügung. Wurde die Option “eingetragene Lebenspartnerschaft” gewählt, war für den Empfänger des Formulars die sexuelle Orientierung des Ausfüllenden sofort ersichtlich.

Können trotz der Ehe für alle weiterhin eingetragene Lebenspartnerschaften geschlossen werden?

Nein, sobald das neue Gesetz zur Ehe für alle in Kraft tritt, können keine eingetragenen Lebenspartnerschaften mehr geschlossen werden.

Welche Auswirkungen hat das neue Gesetz auf bereits geschlossene eingetragene Lebenspartnerschaften?

Bereits geschlossene eingetragene Lebenspartnerschaften wandeln sich nicht automatisch in Ehen um. Damit die Partnerschaft den Status der Ehe bekommt, müssen die Paare erneut gemeinsam und persönlich zum Standesamt. Dort müssen sie dann erklären, dass sie in Zukunft in einer Ehe leben möchten. Eine Verpflichtung dazu, die eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln zu lassen, besteht für die Paare allerdings nicht. Lediglich neue eingetragene Lebenspartnerschaften können ab Inkrafttreten des Gesetzes nicht mehr begründet werden.

Ab welchem Zeitpunkt kann die Ehe für alle geschlossen werden?

Da das neue Gesetz zunächst noch vom Bundespräsidenten unterzeichnet werden muss und die Standesämter rund 3 Monate benötigen, um sich auf die Ehe für alle vorzubereiten, wird die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare wohl frühestens zum 1. November 2017 möglich sein.

Zudem muss noch bedacht werden, dass einige Politiker erwägen, Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen das neue Gesetz einzureichen. Denn einige Politiker zweifeln an der Verfassungsmäßigkeit der Ehe für alle. Die meisten Rechtsexperten sind allerdings der Auffassung, dass das neue Gesetz keiner Verfassungsänderung bedarf.