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Die Eheschließung von Ausländern in Deutschland

Liebe ist allgegenwärtig und macht auch vor Ländergrenzen nicht Halt. Daher ist es auch nur wenig verwunderlich, dass Menschen im Ausland ihren Partner fürs Leben finden. Doch was ist bei der Eheschließung von Ausländern in Deutschland zu beachten und welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit solch eine Ehe geschlossen werden kann?

Wann kann ein Ausländer in Deutschland heiraten?

Die Frage danach, wann ein Ausländer in Deutschland den Bund fürs Leben eingehen kann, wird nicht allein nach deutschem Recht beurteilt. Maßgeblich sind vielmehr die Regelungen des Landes, dessen Staatsangehörigkeit der Heiratswillige besitzt. Grundsätzlich wird im Rahmen der allgemeinen Ehevoraussetzungen jedoch die Eheschließung einer Person, die sowohl die deutsche als auch eine weitere Staatsangehörigkeit hat, dabei nach deutschem Recht beurteilt.

Damit die Eheschließung zwischen einem Ausländer und einem Deutschen oder zwischen zwei Ausländern in Deutschland vollzogen werden kann, dürfen keine Eheverbote oder Ehehindernisse nach geltendem Recht des Heimatstaates, aus dem der Ehegatte in spe stammt, der Trauung entgegenstehen. Gründe, die gegen eine Heirat sprechen sind beispielsweise, dass der Heiratswillige in seiner Heimat bereits verheiratet oder er noch minderjährig ist. Die Überprüfung der Voraussetzungen, die für eine Eheschließung vorliegen müssen, obliegt dabei dem zuständigen Standesamt.

Ehefähigkeitszeugnis soll Überprüfung erleichtern

Da die Standesbeamten weder die Zeit noch die Kapazitäten haben, um die Ehefähigkeit ausländischer Mitbürger zu überprüfen, müssen diese ein Zeugnis der zuständigen Behörde ihres Heimatstaates beibringen. Dieses Ehefähigkeitszeugnis soll den Standesbeamten die Arbeit erleichtern und belegen, dass gemäß den Gesetzen des Heimatstaates keine Ehehindernisse einer Eheschließung entgegenstehen. Solch ein Ehefähigkeitszeugnis hat eine Gültigkeit von sechs Monaten und muss zwingend vorgelegt werden bzw. es muss eine Befreiung von dieser Verpflichtung beantragt werden.

Eheschließung mit einem Ausländer – Was gilt es nach der Hochzeit zu beachten?

Lebt das Ehepaar nach der Eheschließung in Deutschland, ist das deutsche Familienrecht auf sie anzuwenden. Jedenfalls solange, wie das Ehepaar sich in Deutschland aufhält. Im Hinblick auf die Eheschließung mit einem Ausländer können vor allem erbrechtliche Besonderheiten greifen. So gilt für jeden Ehegatten die Erbrechtsordnung des Landes, dessen Staatsangehörigkeit dieser zum Zeitpunkt seines Todes innehat.

Eheschließung mit einem Ausländer – Welche Auswirkungen hat das auf die Aufenthaltsbestimmungen?

Heiratet ein Ausländer einen deutschen Staatsbürger, dann erlangt er regelmäßig einen Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, die auf drei Jahre befristet ist. Nur in Ausnahmefällen wird diese versagt. Eine Einbürgerung erfolgt bei der Eheschließung für den Ausländer nicht automatisch, die Voraussetzungen für solch eine Einbürgerung sind allerdings erleichtert. Heiraten zwei Ausländer in Deutschland, hat das auf ihre Aufenthaltserlaubnis erst mal keine Auswirkungen.

 

Welche Voraussetzung hat eine Eheschließung zwischen einem Deutschen und einem Nicht-EU-Bürger?

Eheschließung zwischen deutschen Staatsangehörigen und Nicht-EU-Bürgern

Die Liebe kennt keine Ländergrenzen und auch der Wunsch danach, eine Ehe mit jemandem einzugehen, endet nicht an der deutschen Landesgrenze. Doch eine Eheschließung zwischen einem Deutschen und einem Nicht-EU-Bürger erfordert einiges an bürokratischem Aufwand und sollte im Idealfall von einem juristischen Experten begleitet werden. Welche Voraussetzungen und Auswirkungen solch eine Eheschließung hat, soll kurz erläutert werden.

Welche Voraussetzung hat eine Eheschließung zwischen einem Deutschen und einem Nicht-EU-Bürger?

Damit ein deutscher Staatsangehöriger und ein Nicht-EU-Bürger heiraten können, müssen beide Heiratswilligen ehefähig sein. Zur Ehefähigkeit zählt, dass beide Personen ehemündig sind und das 18. Lebensjahr erreicht haben. Personen, die zwischen 16 und 18 Jahre alt sind, dürfen nur dann heiraten, wenn das Familiengericht eine Ausnahme zur Voraussetzung der Volljährigkeit erteilt. Zudem dürfen keine Ehehinderungsgründe vorliegen. Solch ein Hinderungsgrund wäre zum Beispiel, dass der Nicht-EU-Bürger schon verheiratet ist. In Deutschland werden die Voraussetzungen für eine Eheschließung vom Standesamt überprüft.

Der Heiratswillige, der aus einem Nicht-EU-Land stammt, muss dem Standesamt ein Ehefähigkeitszeugnis einreichen. Dieses kann er beim Konsulat oder einer anderen zuständigen Heimatbehörde ausstellen lassen. Die Gültigkeit dieses Zeugnisses beträgt sechs Monate. Von der Verpflichtung, ein solches Ehefähigkeitszeugnis vorweisen zu müssen, kann nur in Ausnahmefällen abgewichen werden.

Welche Auswirkungen hat die Hochzeit eines Deutschen und eines Nicht-EU-Bürgers auf das Aufenthaltsrecht?

Die Eheschließung zwischen einem deutschen Staatsangehörigen und einem Nicht-EU-Bürger hat entgegen der weit verbreiteten Ansicht nicht automatisch den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit zur Folge. Allerdings bringt die Hochzeit dennoch einige aufenthaltsrechtliche Vorteile für den Nicht-EU-Bürger mit sich.

Die Eheschließung zwischen einem Deutschen und einem Bürger aus einem Nicht-EU-Land führt zunächst zu einem dreijährigen Aufenthaltsrecht. Nach Ablauf der drei Jahre bekommt der ausländische Ehegatte ein zeitlich unbefristetes Niederlassungsrecht, sofern dem keine schwerwiegenden Gründe entgegenstehen. Solche Gründe sind beispielsweise schwere Straftaten, eine Scheidung oder eine frühere Ausweisung. Nachdem das verheiratete Paar bzw. der Nicht-EU-Bürger sich drei Jahre in Deutschland aufgehalten hat oder es zwei Jahre verheiratet war, kann der Nicht-EU-Bürger einen Einbürgerungsantrag stellen.

Rechtliche Hilfe bei Eheschließung mit einem Nicht-EU-Bürger in Anspruch nehmen

Die Eheschließung zwischen einem deutschen Staatsangehörigen und einem Bürger aus dem Nicht-EU-Ausland hat einige rechtliche Hürden. Für rechtliche Laien kann es manchmal schwierig sein, alle Anforderungen solch einer bürokratischen Herausforderung zu meistern.

Um nicht ewig auf den schönsten Tag des Lebens warten zu müssen oder mit der Beantragung der Eheschließung vollständig zu scheitern, sollten Sie frühzeitig einen Rechtsanwalt in Ihr Vorhaben integrieren. So kann die Vorbereitung der Eheschließung reibungsloser abgewickelt werden und Sie sind umfassend über die aufenthaltsrechtlichen Folgen dieser Hochzeit informiert.