Die rechtliche Bedeutung einer Verlobung

Verliebt, verlobt, verheiratet. Diese traditionelle Reihenfolge wählen nach wie vor viele Paare auf dem Weg zur Traumhochzeit. Doch was bedeutet eine Verlobung eigentlich im rechtlichen Sinne und welche Rechte und Pflichten erwachsen aus ihr?

Was heißt eigentlich Verlobung?

Ein Rechtsanwalt für Familienrecht wird Ihnen erläutern, dass man unter einer Verlobung das gegenseitige Versprechen zweier Menschen versteht, zu einem späteren Zeitpunkt die Ehe miteinander einzugehen. Einer besonderen Form, wie der Schriftform beispielsweise, bedarf solch ein Eheversprechen nicht. Selbst ein Ring ist entgegen der langläufigen Ansicht nicht notwendig, um eine Verlobung zu besiegeln. Genauso wenig wie das Eheversprechen, bedarf dessen Auflösung einer bestimmten Form. Um sich verloben zu können, muss man in Deutschland 16 Jahre alt und nicht bereits mit einem anderen Partner verheiratet sein. Dies kann Ihnen auch ein Rechtsanwalt genauer erläutern.

Gehen Rechte und Pflichten mit einer Verlobung einher?

Weder in steuerrechtlicher noch in erbrechtlicher Hinsicht ergeben sich aus einer Verlobung irgendwelche Konsequenzen. Ist kein Testament zugunsten des Verlobten errichtet worden und stirbt einer der Partner, stehen dem hinterbliebenen Verlobten keinerlei gesetzliche Erbrechte zu. Damit Verlobte in einer Notsituation einander beispielsweise auf der Intensivstation besuchen können, sollten sie sich bei einem Rechtsanwalt im Hinblick auf eine Vorsorgevollmacht beraten lassen. Denn eine Verlobung allein berechtigt noch nicht dazu, seinen Partner auf der Intensivstation zu besuchen oder über dessen Gesundheitszustand informiert zu werden.

Ein Recht, das Paaren durch eine Verlobung zuerkannt wird ist, dass sie sich bei Aussagen vor Gericht nicht gegenseitig belasten müssen.

Auflösung der Verlobung – Ist ein Schadensersatz möglich?

Will einer der Partner nicht länger am Verlöbnis festhalten, hat der andere selbstverständlich kein Recht darauf, die Ehe einzuklagen. Je nach Sachlage, kann eine aufgelöste Verlobung jedoch zu einem Anspruch auf Schadensersatz führen. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn mit Blick auf die Hochzeit bereits Anschaffungen getätigt wurden oder einer der Partner für den anderen in eine Stadt umgezogen ist. Ein Rechtsanwalt für Familienrecht kann Ihnen erklären, in welchen Fällen eine Klage auf Schadensersatz Aussicht auf Erfolg hat. Ein klassisches Beispiel für Aufwendungen, die mit Blick auf eine Hochzeit getätigt wurden, ist der Kauf eines Hochzeitskleides. Das Geld für die entstandenen Aufwendungen kann von dem Partner zurückverlangt werden, der die Verlobung aufgelöst hat. Allerdings gilt das nicht für den Fall, dass die Verlobung aufgrund der Untreue oder gewalttätiger Handgreiflichkeiten des anderen Partners gelöst wurde.

Auch die Herausgabe der gegenseitig im Hinblick auf die Eheschließung gemachten Geschenke, können bei einem aufgelösten Verlöbnis heraus verlangt werden.

 

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