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Unverheiratet: Absicherung des Partners ohne Hochzeit

Sie und Ihr Partner sind schon Jahre, wenn nicht Jahrzehnte ein Paar? Doch den Bund der Ehe zu schließen, für diese Idee konnten Sie sich nie begeistern? Dann sollten Sie einige Vorkehrungen treffen, um eine rechtliche und finanzielle Absicherung Ihres Partners im Falle Ihres Todes oder einer schweren Erkrankung sicherzustellen. Denn wer unverheiratet ist, hat in vielen Bereichen weniger Rechte als ein verheiratetes Paar.

Unverheiratet im Krankenhaus – Welche Rechte hat der Partner?

Nicht erst durch den Tod eines Partners oder durch eine Trennung, kann ein unverheiratetes Paar vor rechtlichen Schwierigkeiten gestellt werden. Liegt einer der Partner mit einer schweren Erkrankung oder nach einem Unfall auf der Intensivstation, steht der andere Partner nicht selten vor vielen Fragen. Ärzte und Pflegepersonal geben einer Person, die mit dem Patienten nicht verwandt ist, allerdings nur selten Auskunft über dessen Gesundheitszustand. Zur Absicherung sollten Paare, die unverheiratet sind, daher Vorsorgevollmachten ausfüllen, in denen sie sich gegenseitig benennen. Auch das Aufsetzen einer Patientenverfügung kann in diesem Zusammenhang Sinn machen. Die Betreuungsverfügung kommt als Absicherung für den Fall ins Spiel, wenn einer der Partner pflegebedürftig wird.

Finanzielle Absicherung im Falle des Todes

Ist ein Paar unverheiratet, dann hat es in erbrechtlicher und versicherungsrechtlicher Hinsicht nicht die gleichen Ansprüche wie ein verheiratetes Paar. Einen gesetzlichen Anspruch auf ein Erbe für nichteheliche Lebenspartner gibt es nicht und auch der gesetzliche Anspruch auf Witwenrente gilt nur für verheiratete Paare. Wer unverheiratet ist und seinem Partner im Todesfall dennoch eine finanzielle Absicherung hinterlassen möchte, kann dies durch mehrere Maßnahmen veranlassen.

In erbrechtlicher Hinsicht bietet sich das Aufsetzen eines Testaments oder eines Erbvertrages an. Durch den Abschluss einer Risikolebensversicherung zugunsten Ihres Partners können Sie dessen finanzielle Absicherung nach Ihrem Ableben sicherstellen.

Ein Partnerschaftsvertrag kann für mehr Rechtssicherheit sorgen

Wer unverheiratet ist und mit seinem Partner zusammenlebt, sollte für den Fall einer Trennung vorsorgen. Denn auch ohne Trauschein geht ein Paar im Laufe der Jahre viele gemeinsame Verpflichtungen ein. In einem Partnerschaftsvertrag können Sie festlegen, was bei einer Trennung mit gemeinsamen Immobilien oder Fahrzeugen passiert. Wer darf in der gemeinsamen Wohnung bleiben und wer muss welche Summen bei einem gemeinsam aufgenommenen Darlehen zahlen?

Vorkehrungen im Hinblick auf gemeinsame Kinder treffen

Die Absicherung eines Paares, das unverheiratet ist, betrifft aber nicht nur die Versorgung des anderen Partners. Sind Sie unverheiratet und haben ein gemeinsames Kind, sollten Sie auch eine Absicherung für den Fall treffen, dass einer von Ihnen verstirbt.

Vaterschaftsanerkennungen und etwaige Sorgeerklärungen oder Vormundschaften sollten so schnell wie möglich geregelt werden. Im Idealfall schon vor der Geburt des Kindes. So hat der Vater bereits dann ein Anrecht auf sein Kind, wenn die Mutter seines Kindes vor oder während der Geburt verstirbt. Wer unverheiratet ist, sollte sich um die Absicherung seines Partners und seiner Familie kümmern.

 

Reform des Sorgerechts lässt unverheiratete Väter aufatmen

Mit dem Inkrafttreten der Gesetzesreform innerhalb des deutschen Familienrechts vom 19. Mai 2013 wurde das Sorgerecht für unverheiratete Väter neu definiert. Nun steht es ledigen Vätern unter bestimmten Voraussetzungen zu, das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder zu erhalten, wenngleich die Kindesmutter ihre Zustimmung verweigert. Durch diese Änderung beim Sorgerecht erfahren unverheiratete Väter nun eine größere Unterstützung in ihren Bemühungen, für das gemeinsame Kind Angelegenheiten mitentscheiden zu können, die die gemeinsame elterliche Sorge betreffen. Diese Regelung ist natürlich weiterhin an die Prämisse gebunden, dass das Kindeswohl keiner Schmälerung unterliegt. Ganz im Gegenteil soll das gemeinsame Sorgerecht der Entwicklung und dem Wohlbefinden des Kindes zugutekommen.

Ein kurzer Blick in die Vergangenheit


 

Aus der Perspektive des Vaters gestaltete sich die Sorgerechtsregelung bei unverheirateten Paaren bislang einseitig und zwar zum Vorteil der Mutter. Da das alleinige Sorgerecht grundsätzlich bei der unverheirateten Mutter lag, kam ein gemeinsames Sorgerecht nur in den Fällen zustande, in denen die Eltern harmonierten und die Mutter die Zustimmung zur Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts erteilte. Somit war der unverheiratete Vater hinsichtlich des Sorgerechts auf das ausdrückliche Einverständnis der Kindesmutter angewiesen. Wurde dies verweigert, waren dem Vater bis zur Reform grundsätzlich die Hände gebunden. Dies resultierte in den letzten Jahrzehnten zu einer massiven Beschneidung der väterlichen Rechte und verwehrte den unverheirateten Vätern somit jeglichen Entscheidungsspielraum bezüglich sorgerechtlicher Angelegenheiten, die die gemeinsamen Kinder betrafen. Die Väter konnten ohne das gemeinsame Sorgerecht beispielsweise nicht mitentscheiden, welchen Kindergarten oder welche Schule das Kind besucht. Die Entscheidungsgewalt hatte lediglich die allein sorgeberechtigte Kindesmutter.

Zur Neuregelung des Sorgerechts


 

Die Reform des Sorgerechts muss als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen gesehen werden. In unserer modernen Gesellschaft ist es unabdingbar, dass sich die Gesetzgebung der gesellschaftlichen Realität anpasst. Es ist statistisch belegt, dass der Anteil an unehelich geborenen Kindern in den letzten Jahrzehnten um mehr als 100 Prozent gestiegen ist. Diese Entwicklung verlangte nach einer Neuregelung des Sorgerechts, innerhalb derer die Rechte der unverheirateten Väter neu definiert werden mussten, um somit ein höheres Maß an Gleichberechtigung beider Elternteile zu erreichen.

Wie in der Vergangenheit wird aktuell weiterhin der Mutter das alleinige Sorgerecht bei der Geburt des Kindes zuteil. Doch durch die Änderung des Sorgerechts kann nun auch der unverheiratete Kindesvater entgegen den Willen der Mutter beim Familiengericht das gemeinsame Sorgerecht für das Kind beantragen und erhalten. Das Familiengericht wird den Antrag auf Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge nur dann zurückweisen, wenn es Punkte gibt, die dem Kindeswohl widersprechen. Dies ergibt sich aus § 1626 a BGB.

Alles in allem ist es allerdings wichtig, dass Väter, die an der Erziehung ihres Kindes teilhaben möchten, sich aktiv um eine solche Sorgerechtsentscheidung bemühen müssen. Die neue Regelung im Sorgerecht hat ebenfalls Einfluss auf Altfälle. Für einen betroffenen Elternteil besteht die Möglichkeit, beim Familiengericht einen Antrag zu stellen, und somit das gemeinsame Sorgerecht zu erwirken, solange dies mit dem Wohl des Kindes korrespondiert.

 

Rechtsanwalt Landucci hat sich in seiner Kölner Kanzlei auf Familienrecht spezialisiert. Bei Fragen zu familienrechtlichen Sachverhalten, wie Sorgerecht oder Umgangsrecht, können Sie sich sehr gerne an ihn wenden. In den Fällen, in denen es notwendig ist, wird Rechtsanwalt Landucci Sie auch vor dem Familiengericht engagiert und kompetent vertreten.

Bei Fragen können Sie sich selbstverständlich mit uns in Verbindung setzen. Die Kontaktaufnahme ist selbstverständlich kostenfrei. Kanzlei Landucci – Ihr Rechtsanwalt in Köln