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Scheidungskosten – Was kostet eine Scheidung?

Eine Scheidung ist nicht nur in emotionaler, sondern auch in finanzieller Hinsicht ein einschneidendes Erlebnis. Die Gesamtkosten für die Scheidung setzen sich aus mehreren Posten, wie den Anwaltskosten, den Gerichtskosten und weiteren Kostenarten, zusammen. Auch das Einkommen der Eheleute, die Anzahl der Kinder und wie einvernehmlich oder strittig die Trennung abläuft, ist bei der Frage nach den Scheidungskosten von Bedeutung.

Mindestens ein Anwalt muss beauftragt werden

Selbst bei einer einvernehmlichen Scheidung muss mindestens einer der Ehegatten einen Anwalt beauftragen. Denn nur ein zugelassener Anwalt kann einen Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht einreichen. Wer sich von einem Anwalt vertreten lässt, muss auch für dessen Kosten aufkommen. Doch kann eine Scheidung einvernehmlich abgewickelt werden, dann muss nur einer der Ehegatten einen Anwalt engagieren, wodurch die Gesamtkosten der Scheidung deutlich reduziert werden können. Bei einer strittigen Scheidung oder einem Interessenkonflikt ist solch ein Vorgehen allerdings nicht zu empfehlen. Die Kosten für die Erstberatung bei einem Anwalt liegen bei 226,10 Euro. Für die Erstberatung kommt in der Regel die Rechtsschutzversicherung auf, wenn eine solche vorliegt und ein entsprechender Vertrag abgeschlossen wurde.

Ohne Kostenvorschuss wird das Scheidungsverfahren nicht eingeleitet

Nicht nur der Anwalt, sondern auch das zuständige Gericht wird nicht mit seiner Arbeit beginnen, bevor die Kostenvorschussrechnung beglichen wurde. Erst nach Begleichung der gerichtlichen Kostenvorschussrechnung wird der eingereichte Scheidungsantrag an den anderen Ehegatten übersandt und dann kann das Scheidungsverfahren seinen Lauf nehmen.

Scheidungskosten hängen von Gegenstands- und Verfahrenswerten ab

Die konkret im Scheidungsverfahren anfallenden Gebühren für Gerichte und die beauftragten Anwälte hängen maßgeblich vom jeweils zugrunde liegenden Gegenstands- bzw. Verfahrenswert ab. Der Verfahrenswert ergibt sich aus den Einkommensverhältnissen, sowie den Vermögensverhältnissen der Ehegatten, dem Umfang der gerichtlichen Auseinandersetzung, der Anzahl der Kinder und der Bedeutung der Sache. Regelungen zum Verfahrenswert in Familiensachen finden sich in § 43 FamGKG. Im Falle einer Scheidung wird zur Berechnung des Verfahrens- bzw. Gegenstandswerts das dreifache monatliche Nettoeinkommen beider Ehegatten als Basiswert der Berechnung verwendet. Um sich ein genaueres Bild von den Kosten zu machen, die bei Ihrer Scheidung auf Sie zukommen könnten, können Sie unseren kostenlosen Scheidungskosten-Rechner verwenden.

Jeder weitere Streitpunkt verursacht zusätzliche Kosten

Sollten sich die Ehegatten über einzelne Punkte, wie den Kindes- und Ehegattenunterhalt oder das Sorgerecht, nicht einigen können, zieht sich das Scheidungsverfahren in die Länge und wird naturgemäß teurer. Es empfiehlt sich daher, diese Punkte außergerichtlich in einer sogenannten Scheidungsfolgenvereinbarung zu regeln. Dadurch fallen die Gerichtsgebühren nur auf das eigentliche Scheidungsverfahren an.

 

Scheidung im Internet: Warum es keine Online-Scheidung gibt!

Eine Scheidung ist in der Regel ein zeitintensiver und kostspieliger Prozess, der allen Beteiligten einiges an Geduld und Nerven abverlangt. Wie gerufen kommen da für viele Scheidungswillige die Anpreisungen im Internet, in denen von einer schnellen und günstigen Online-Scheidung die Rede ist. Dabei ist es in Deutschland gar nicht möglich, das komplette Scheidungsverfahren via Internet abzuwickeln. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff der Online-Scheidung und warum ist diese Bezeichnung irreführend?

Was versteht man unter einer Online-Scheidung?

Unter dem Begriff der Online-Scheidung werden Scheidungsverfahren zusammengefasst, bei denen die im Vorfeld der eigentlichen Scheidung notwendige Kommunikation zwischen Anwalt und Mandanten online abgewickelt wird. Ein persönliches Erscheinen beim Anwalt wird durch die Beratung über das Internet überflüssig. Dennoch müssen beide Ehepartner selbstverständlich persönlich zum Scheidungstermin vor dem Familiengericht erscheinen. Ebenso muss mindestens ein Rechtsanwalt beim Scheidungstermin anwesend sein. Bei einer nicht einvernehmlichen Scheidung sollte sogar jeder der Ehegatten einen eigenen Anwalt haben.

Auch der Scheidungsantrag kann ausschließlich durch einen zugelassenen Rechtsanwalt beim zuständigen Familiengericht eingereicht werden. Nur ausnahmsweise ist es in Deutschland möglich, sich ohne persönliches Erscheinen vor Gericht scheiden zu lassen. Nicht alle Schritte eines Scheidungsverfahrens können also entgegen der irreführenden Bezeichnung “Online-Scheidung” über das Internet erledigt werden.

Kann man durch eine Online-Scheidung Zeit oder Geld sparen?

Die schlechte Nachricht zuerst. Die Kosten für eine Online-Scheidung entsprechen im Großen und Ganzen denen, die bei einem “regulären” Scheidungsverfahren angesetzt werden. Denn die Kosten für den Gerichtstermin und die Arbeit des Anwalts werden durch die gesetzlich geregelte Gebührenordnung bestimmt. Grundlage der Scheidungskosten Berechnung ist der sogenannte Gegenstandswert der Scheidung, der sich unter anderem aus dem dreifachen monatlichen Nettoeinkommen und dem Versorgungsausgleich zusammensetzt. Bei einer Scheidung übers Internet kommt es an dieser Stelle also eher nicht zu einer Kostenersparnis.

Der größte Unterschied einer Online-Scheidung zum herkömmlichen Scheidungsverfahren ist, dass viele der für die Scheidung relevanten Dokumente per Internet an die betreuende Kanzlei übermittelt werden können und sich die Mandanten so eine Fahrt zu ihrem Anwalt ersparen. Auf der anderen Seite ist es vielen Mandanten gerade wichtig, den persönlichen Kontakt zu ihrem Anwalt zu pflegen. Sie legen Wert darauf, sich rundum betreut zu fühlen und möchten ihren Rechtsanwalt bereits vor dem eigentlichen Scheidungstermin kennenlernen. Hinzu kommt noch, dass noch längst nicht alle Dokumente übers Internet an den eigenen Anwalt übermittelt werden können. Beispielhaft zu nennen ist in diesem Zusammenhang das Original der Heiratsurkunde.

Fazit:

Eine Scheidung per Internet gibt es in Deutschland nicht. Möglich ist es jedoch, im Rahmen einer Online-Scheidung, die vor dem eigentlichen Scheidungstermin notwendige Kommunikation zwischen Anwalt und Mandant übers Internet abzuwickeln. Diese virtuelle Art der Mandantenbetreuung hat sowohl Vor- als auch Nachteile.

 

Nützliche Tipps um Scheidungskosten einzusparen

8 Tipps, wie Sie Scheidungskosten senken können

Eine Scheidung ist sowohl emotional als auch finanziell für den Menschen enorm belastend. Die Trennung ist zumeist einhergehend mit dem Scheitern gemeinsamer Lebenspläne und nicht selten hat das Ehepaar bereits damit begonnen, sich eine gemeinsame Familienbasis zu schaffen. Eigentum und im schlimmeren Fall sogar Kinder sind bereits vorhanden, so dass die Scheidung nicht so einfach über die Bühne gebracht werden kann. Die emotionale Last kann sicherlich nicht so leicht gemindert werden, aber Scheidungskosten lassen sich durchaus mindern, wenn beide Partner zumindest für die Phase der Scheidung einen kühlen Kopf bewahren.

Diese 8 guten Tipps helfen dabei, die Scheidungskosten merklich zu senken und somit auch den Stress der Scheidung abzumindern.

1. Keine unüberlegten Aktionen

Natürlich ist eine Trennung geprägt von Emotionalität, doch lassen sich viele Scheidungskosten durch die Vermeidung von unüberlegten Aktionen vermeiden. Zudem wird durch unüberlegte “Rache”-Aktionen die ganze Situation einer Scheidung meist ohnehin nur verschlimmert.

2. Die Wahl des Rechtsanwalts

Ebenso wichtig ist letztlich auch der zweite Tipp, die Minderung von Scheidungskosten durch die Wahl des Rechtsanwalts. Die Anwaltsbranche ist seit Jahren übersättigt, so dass sich auch in finanziell schweren Zeiten die Scheidungskosten individuell – zumindest im außergerichtlichen Verfahren – durch Absprache mit dem gewählten Anwalt ggf. mindern lassen. Generell sollten Sie allerdings einen Fachanwalt für Familienrecht einem Rechtsanwalt vorziehen.

3. Nur ein Rechtsanwalt (einvernehmliche Scheidung)

Im Idealfall könnte das sich scheiden lassende Paar durch eine einvernehmliche Scheidung auch Scheidungskosten sparen, indem ein „gemeinsamer“ Anwalt die Scheidung vornimmt und dementsprechend auch nur eine Gebührenrechnung zu zahlen wäre. Die Anwaltskosten machen einen nicht unerheblichen Anteil der Scheidungskosten aus und mitunter kann jeder eingesparte Euro im Nachhinein Gold wert sein.

4. Unterhaltszahlungen genau definieren

Sollten aus der Ehe Kinder hervorgegangen sein, ist es immens wichtig, dass die Unterhaltszahlungen genau definiert werden. Dies spart Kosten Ihrer Scheidung dahingehend ein, dass im Falle einer gerichtlichen Streitigkeit keinerlei unvorhergesehene Forderungen mehr gestellt werden können. Eine Scheidung ist selten ein Spaß und daher sollte jeder Beteiligte mit Allem rechnen.

5. Prüfung des Ehevertrags

Auch durch eine genaue Überprüfung des gemeinsamen Ehevertrages können Scheidungskosten eingespart werden, da zahlreiche Eheverträge im Lauf der Ehezeit schlichtweg ungültige Klauseln enthalten.

6. Komplizierte Details klären

Sämtliche komplizierten Details der Ehe, wie beispielsweise gemeinsames Eigentum, können noch vor der Scheidung genau durch entsprechende Regelungen geklärt werden. Dies führt ebenfalls zu einer Minderung der Kosten, da viele Streitpunkte zum Zeitpunkt der tatsächlichen Scheidung schlicht und ergreifend nicht mehr vorhanden sind.

7. Ehe sauber beenden

Tipp Nummer sieben geht in die gleiche Richtung und erfordert ein Maß an Sachlichkeit. Trotz der Scheidung sollten beide Partner an die Scheidungskosten denken und möglichst jede Kleinigkeit, die das gemeinsame Leben ausgemacht haben, sauber zu einem Ende bringen, bevor es zu dem Scheidungstermin kommt. Die Scheidungskosten werden dadurch massiv gedrückt.

8. Mediation zur Klärung von Streitigkeiten

Sollten sich diese Tipps nicht ohne Hilfe umsetzen lassen, können selbst strittige Parteien Scheidungskosten dadurch einsparen, dass vor dem eigentlichen Scheidungstermin ein gemeinschaftlicher Mediationstermin wahrgenommen wird. Bei einem derartigen Termin wird ein Gespräch unter Anleitung auf sachlicher Ebene geführt, was die Scheidungskosten durchaus merklich senken kann. Nicht selten ist es diese fehlende Sachlichkeit, die eine Scheidung schmerzhaft werden und die Scheidungskosten regelrecht explodieren lässt.

 

Scheidungskosten nicht mehr absetzbar

Scheidungskosten können nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden

Der Bundesfinanzhof hat im Mai 2017 entschieden, dass die Kosten für eine Scheidung in der Regel nicht mehr als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden können. Die Richter des Bundesfinanzhofs ordneten die durch eine Scheidung verursachten Kosten vielmehr als unter das Abzugsverbot für Prozesskosten fallend ein.

Die Kosten einer Scheidung können sich in einem vierstelligen Bereich bewegen

Da Scheidungskosten durchaus eine empfindliche finanzielle Belastung für die Betroffenen darstellen können, nutzten viele Ex-Paare in der Vergangenheit die Möglichkeit, ihre Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abzusetzen. Doch ein neues Urteil des Bundesfinanzhofs macht dieses Vorgehen in Zukunft nahezu unmöglich. Grund für diese Änderung der Rechtsprechung ist die Modifikation des Einkommenssteuergesetzes. Ähnlich wie die Prozesskosten für andere Rechtsstreitigkeiten können auch in Zukunft die Kosten für eine Scheidung nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen Berücksichtigung finden.

Natürlich gibt es auch bei dieser gesetzlichen Regelung, wie bei vielen anderen auch, eine Ausnahme. Wenn der Steuerpflichtige und Geschiedene ohne die Inanspruchnahme der Aufwendung – also die Durchführung der Scheidung – Gefahr läuft, seine Grundbedürfnisse nicht mehr befriedigen zu können, können die Scheidungskosten auch weiterhin als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.

Auf diese Ausnahme berief sich auch die Klägerin vor dem Bundesfinanzhof. Allerdings ohne Erfolg. Denn die Richter sahen es nicht als erwiesen an, dass die wirtschaftliche Lebensgrundlage der Klägerin ohne die Scheidung bedroht sei.

Ausnahme bei gemeinsamer Firma?

Ein denkbares Szenario, bei dem die Scheidungskosten auch weiterhin von der Steuer abgesetzt werden könnten, ist, wenn ein Ehepaar gemeinsam eine Firma besitzt bzw. leitet. Eine mögliche Argumentation, um die Kosten für die Scheidung solch eines Paares von der Steuer abzusetzen, wäre, dass die Firma durch den anhaltenden Streit des Paares Schaden, auch finanzieller Natur, nehmen könnte und die Durchführung der Scheidung daher notwendig sei, um die finanzielle Lebensgrundlage des Paares nicht zu zerstören.

Meist greift die Ausnahmeregelung zum Absetzen der Scheidungskosten von der Steuer nicht

Fest steht seit dem Urteil des Bundesfinanzhofes in jedem Fall, dass der neue Gesetzestext des Einkommenssteuergesetzes es nahezu unmöglich macht, Scheidungskosten in Zukunft von der Steuer absetzen zu können. Denn die Ausnahmeregelung zur steuerlichen Absetzbarkeit greift nach Ansicht der Richter nur, wenn die Ex-Partner in ihren wirtschaftlichen Verhältnissen ohne die Scheidung derart belastet sind, dass ihre materielle Existenz gefährdet sei. Eine rein emotionale Belastung in der Form, dass das Festhalten an der Ehe den Betroffenen nicht länger zugemutet werden kann, fällt hingegen nicht unter die Ausnahmeregelung. Paare müssen sich in Zukunft wohl damit arrangieren, dass sie die Scheidungskosten ohne steuerliche Begünstigungen tragen müssen.

 

Das Scheidungsverfahren: Überblick & Ablauf

Das Scheidungsverfahren: Überblick und Ablauf

Wie ein Scheidungsverfahren in Deutschland abläuft, hängt vor allem davon ab, ob es sich um eine einvernehmliche oder um eine streitige Scheidung handelt. Eine streitige Scheidung kann mehrere Jahre dauern und je nach Fall viel Geld kosten.

Sind sich beide Ehepartner über die Scheidung einig, kann das Scheidungsverfahren in deutlich kürzerer Zeit und zu einem Bruchteil der Kosten durchgeführt werden. Dennoch müssen für die einvernehmliche Scheidung gewisse Voraussetzungen gegeben sein.

Die Voraussetzungen für die Scheidung

Die Einleitung des Scheidungsverfahrens setzt zunächst voraus, dass die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht. Es darf zudem nicht zu erwarten sein, dass die Lebensgemeinschaft in der Zukunft wieder aufgenommen wird. Um das Scheitern der Ehe festzustellen, behilft man sich im Scheidungsverfahren einer sogenannten Fiktion: Nach einer gewissen Zeit der Trennung wird vermutet, dass die Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und auch nicht mehr fortgesetzt wird.

Nach § 1566 Abs. 1 BGB wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der Antragsgegner der Scheidung zustimmt. Hierbei dürfte es sich um ein einvernehmliches Scheidungsverfahren bzw. um eine einvernehmliche Scheidung handeln. Zusätzlich wird gem. § 1566 Abs. 2 BGB unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit drei Jahren getrennt leben. Hierbei dürfte es sich um eine streitige Scheidung bzw. ein streitiges Scheidungsverfahren handeln.

Bei einer streitigen Scheidung kann die Ehe auch vor Ablauf der Trennungszeit geschieden werden, wenn einem der Ehepartner ein Abwarten der Trennungszeit nicht zuzumuten ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich der andere Ehepartner innerhalb der Ehe schwerer Verfehlungen oder sogar Straftaten schuldig gemacht hat.

Kosten im Scheidungsverfahren

Auch die Kosten im Scheidungsverfahren lassen sich im Falle einer einvernehmlichen Scheidung drastisch senken. Zwar muss der Scheidungsantrag stets durch einen Rechtsanwalt eingereicht werden, der hierfür Gebühren berechnet.

Für die Zustimmung zum Scheidungsantrag wird jedoch kein Rechtsanwalt benötigt. Bei der einvernehmlichen Scheidung muss deshalb nur ein Rechtsanwalt beauftragt werden, dessen Kosten sich die Ehepartner teilen können.

In einem streitigen Scheidungsverfahren benötigt dagegen jeder Ehepartner einen eigenen Rechtsanwalt; bereits für die rechtliche Vertretung fallen also schon Kosten in doppelter Höhe an. Mit welchen Kosten Sie im Scheidungsverfahren rechnen müssen, können Sie etwa mit dem kostenlosen Scheidungskostenrechner berechnen.

Wie läuft das Scheidungsverfahren vor dem Familiengericht ab?

Das Scheidungsverfahren beginnt mit der Einreichung des Scheidungsantrags vor dem örtlich zuständigen Familiengericht. Bei Familien mit minderjährigen Kindern richtet sich die örtliche Zuständigkeit in der Regel nach dem Wohnsitz des Ehepartners, bei dem die Kinder leben. Wie das übrige Scheidungsverfahren nun abläuft, hängt vor allem davon ab, wie kompliziert die Einzelfragen sind.

Einvernehmliche Scheidungen, deren Einzelheiten womöglich sogar in einem Ehevertrag geregelt sind, können bereits in kurzer Zeit vollzogen werden.

Deutlich umfangreicher wird das Scheidungsverfahren, wenn zusätzlich zur Scheidung noch über andere Fragen, insbesondere das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder oder den Zugewinn- beziehungsweise Versorgungsausgleich oder Unterhalt (Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt, Betreuungsunterhalt oder Ehegattenunterhalt) entschieden werden muss. In diesen Fällen werden sämtliche streitige Punkte in einem sogenannten Verbundverfahren gebündelt und nacheinander abgearbeitet. Über die eigentliche Scheidung wird erst ganz am Ende entschieden.

Anwaltliche Vertretung im Scheidungsverfahren

Ein Anwaltszwang im Scheidungsverfahren besteht grundsätzlich nur für die eigentliche Antragstellung. Allerdings ist in einem streitigen Scheidungsverfahren beiden Ehepartnern dringend dazu zu raten, sich jeweils von einem auf das Familienrecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten und vertreten zu lassen, um bei der Scheidung am Ende nicht das Nachsehen zu haben. Auf www.kanzlei-landucci.de finden Sie Informationen und Beratung zum Scheidungsverfahren sowie sämtlichen anderen Gebieten des Familienrechts.

 

Trennung und Scheidung italienischer Eheleuten nach deutschem oder italienischem Recht

Trennung und Scheidung von italienischen Eheleuten in Deutschland nach deutschem oder italienischem Recht

Wenn zwei italienische Staatsbürger, die in Italien geheiratet haben, nach Deutschland umsiedeln und dort Jahre später ihre Ehe scheiden lassen wollen, ist deutsches Familienrecht anwendbar, solange sich beide in Deutschland aufhalten. Das gilt auch für die Regelung von Sorgerecht, Umgangsrecht und Kindesunterhalt.

Die Regelungen zum internationalen Familienrecht im 3. Abschnitt des EGBGB bzw. in der Rom III-Verordnung sehen vor, dass grundsätzlich das Recht des Staates anzuwenden ist, auf dessen Territorium sich die beiden scheidungswilligen Parteien aufhalten oder zuletzt gemeinsam aufgehalten haben. Verlässt einer der italienischen Eheleute das Land vor Einleitung des Scheidungsverfahrens, bleibt das deutsche Recht unabhängig von den Staatsangehörigkeiten der Eheleute grundsätzlich anwendbar, sofern beide zuvor in Deutschland zusammengelebt hatten und einer noch immer in Deutschland lebt. Der aussiedelnde Ehepartner darf jedoch nicht länger als 1 Jahr nach Einreichung der Scheidung bereits im Ausland leben.

Wahlmöglichkeiten für EU-Bürger

Seit der Einführung der „Rom III“-Regelungen der EU gibt es neben der obigen Zuständigkeitsregelung ein Wahlrecht für die Eheleute. Sind sie sich vor der Scheidung einig, können sie statt deutschem Familienrecht auch das italienische Scheidungsrecht wählen, wenn mindestens einer von ihnen italienischer Staatsbürger ist. Soll in Deutschland eine Ehescheidung nach italienischem Recht durchgeführt werden, ist neben einem persönlichen Bezug zu Italien eine gemeinsame schriftliche Erklärung erforderlich, die von einem Notar beglaubigt wurde.

Regelungen über das Sorgerecht, das Umgangsrecht und den Kindesunterhalt werden dagegen von der Wahlfreiheit im Familienrecht nicht erfasst, da sich die Regelungen, die hauptsächlich das Wohl des Kindes betreffen, stets nach den Vorschriften des Landes richten, in dem sich das Kind aufhält.

Sowohl in Italien als auch in Deutschland besteht die Verpflichtung, Kindesunterhalt nach Bedarf und nach Leistungsfähigkeit zu zahlen. In Italien haben leibliche Eltern in wichtigen Fragen auch dann ein Mitbestimmungsrecht, wenn sie das Sorgerecht nicht ausüben. Das Umgangsrecht wird großzügig auf Familienmitglieder ausgeweitet.

In Italien gilt zudem im Gegensatz zu Deutschland der gesetzliche Güterstand der „Gütergemeinschaft“, die tatsächlich jedoch in vielen Punkten der deutschen Zugewinngemeinschaft ähnelt. Für die Anwendung von italienischem Familienrecht vor deutschen Gerichten könnte sprechen, dass Scheidungsverfahren seit der italienischen Familienrechtsreform von 2015 oft schneller abgewickelt werden können. Vor einer einverständlichen oder einvernehmlichen Scheidung ist nur noch eine 6-monatige Trennungszeit erforderlich. In einem streitigen Verfahren kann der Scheidungsantrag nach 12 Monaten Trennung gestellt werden. Nach italienischem Recht muss die Trennung jedoch gerichtlich erfolgen. Erst danach beginnt die Trennungszeit zu laufen.

Versorgungsausgleich im italienischen Familienrecht unbekannt

Der Versorgungsausgleich als Scheidungsfolgesache ist in Italien unbekannt.
In Deutschland gehört der Ausgleich von während der Ehe gesammelten Renten- und Versorgungsleistungen zu den notwendigen Folgesachen jedes Scheidungsverfahrens und kann nur unter Beachtung besonderer Formvorschriften vollständig ausgeschlossen werden. Haben Ehepartner während einer langjährigen Ehezeit in unterschiedlichem Umfang sozialversicherungspflichtig gearbeitet und hat dabei einer von ihnen im Durchschnitt mehr verdient als der andere, könnte es für den Geringverdienenden einen erheblichen Nachteil bedeuten, auf den Versorgungsausgleich zu verzichten.

Renten- und Versorgungsanwartschaften werden in Italien bei einer Scheidung nicht aufgeteilt. Jeder Ehegatte kann später nur die Versorgungsleistungen beanspruchen, die er selbst erworben hat. Zum Ausgleich bleibt dem ohne Schuld geschiedenen Ehepartner in Italien ein Teil seines Erbanspruches erhalten und es kann bei entsprechender Bedürftigkeit eine Hinterbliebenenrente verlangt werden.

Nach deutschem Recht erlöschen mit der Rechtskraft der Scheidung alle Erbansprüche und Versorgungsansprüche, soweit sie nicht vorher im Rahmen des Versorgungsausgleichs übertragen worden sind.

Lebensstandard von Geschiedenen durch Unterhalt langfristig gesichert

Das deutsche Familienrecht unterscheidet zwischen „Ehegattenunterhalt“ während der Trennung und „nachehelichem Unterhalt“ nach der Durchführung der Scheidung. Es gilt das Prinzip der gesteigerten Eigenverantwortung: Je länger die Trennung des Paares besteht, desto mehr Einsatz wird dem unterhaltsberechtigten Ehegatten für die eigene wirtschaftliche Existenzsicherung abverlangt. Ist die Ehe rechtskräftig geschieden, wird Ehegattenunterhalt nur noch unter strengen Voraussetzungen geschuldet.

Dagegen ermöglicht es das italienische Scheidungsrecht einem schuldlos geschiedenen Ehegatten eher, den während der Ehe gewöhnten Lebensstandard durch Unterhaltsforderungen zu erhalten.

Dabei wird kein Unterschied zwischen einer Trennung bei fortbestehender Ehe oder einer rechtskräftig geschiedenen Ehe gemacht. Ist der vermögendere bzw. besser verdienende Ehegatte zur Zahlung von Ehegattenunterhalt verpflichtet, so erlischt dieser Anspruch erst mit einer Wiederverheiratung des unterhaltsberechtigten ehemaligen Ehepartners. Die Höhe des geschuldeten Unterhalts wird jeweils nach Angemessenheit vom Richter berechnet. Obergrenze sind 50 % des vom Zahlungspflichtigen erzielten Einkommens. Bleibende Bemessungsgrundlage ist der Lebensstandard der Eheleute vor der Trennung.

Bei Ehen mit ungleich verteiltem Einkommen ist die Interessenlage hinsichtlich der Wahl des Scheidungsrechts gespalten. Für den Unterhaltsberechtigten ist oftmals das Recht Italiens vorteilhafter, wohingegen der besserverdienende Ehegatte aus wirtschaftlichen Gründen unter Umständen das deutsche Recht bevorzugen wird. Während der Unterhaltszahler in Deutschland nach rechtkräftiger Scheidung und nach Ablauf einiger Jahre verlangen kann, dass sich der ehemalige Ehegatte mit eigener Arbeit seinen Lebensunterhalt selbst verdient, muss er In Italien auf eine eventuelle Wiederheirat des früheren Partners warten und hoffen.

Scheidungskosten weiterhin steuerlich absetzbar: Finanzgericht Köln hält Kosten für Scheidung und Scheidungsanwalt weiterhin für absetzbar.

Scheidungskosten weiterhin steuerlich absetzbar

Finanzgericht Köln hält Kosten für Scheidung und Scheidungsanwalt weiterhin für absetzbar.

Wer sich scheiden lässt, kann auch nach der Reform des Einkommenssteuerrechts von 2013 die dafür anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten steuerlich absetzen. Nach vom Finanzgericht Köln vertretener, aktueller Ansicht gehören die Scheidungskosten nicht zu den allgemeinen „Prozesskosten“, die aufgrund einer Neuregelung des Einkommenssteuerrechts seit 2013 generell nicht mehr steuerlich absetzbar sind. Das Finanzgericht Köln musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob die Neuregelung auch für Scheidungskosten anzuwenden sein soll. Zum Aktenzeichen 14 K 1861/15 haben die Richter entschieden, dass Scheidungskosten nicht wie andere Prozesskosten behandelt werden sollen.

Streitgegenstand des jetzt entschiedenen Verfahrens waren Gerichts- und Anwaltsgebühren, die dem Kläger im Jahre 2014 als Scheidungskosten entstanden waren und die er bei seiner Steuererklärung, wie es vor 2013 übliche Praxis war, als „außergewöhnliche Belastungen“ eintrug. Das Finanzamt lehnte die Berücksichtigung dieses Abzugspostens mit der Begründung ab, es handele sich bei den Scheidungskosten um Kosten, die als „Prozesskosten“ nach der Regelung des § 33 Einkommenssteuergesetz in aktueller Fassung nicht mehr absetzbar wären.

Kosten für Familiengericht und Scheidungsanwalt sind bei zerrütteter Ehe und anstehender Scheidung unausweichlich

Zu den Kosten einer Scheidung gehören Gerichtskosten und, falls erforderlich, auch Gutachterkosten. Gutachterkosten können z.B. entstehen, wenn im Rahmen einer Scheidung das Zugewinnausgleichsverfahren durchgeführt wird und zur Ermittlung des Zugewinns ein Eigentumshaus zwecks Wertfeststellung begutachtet werden muss. Hinzu kommen die Gebühren für den eigenen Scheidungsanwalt. Bei einverständlichen Ehescheidungen können die Parteien miteinander vereinbaren, die Kosten für einen einzigen Scheidungsanwalt untereinander aufzuteilen. Hierbei wird nur einer der Ehegatten von dem Anwalt vertreten. Der andere Ehepartner stimmt der Scheidung nur zu. Damit können beide Eheleute Kosten sparen.

Prozesskosten sind nicht gleich Scheidungskosten

Kosten einer Scheidung sind nach Ansicht der Kölner Richter keine Prozesskosten im Sinne des § 33 Absatz 2 Satz 4 Einkommenssteuergesetz. Durch § 113 Absatz 5 Ziffer 1 FamFG wird nicht nur „Prozess“ als Bezeichnung generell durch „Verfahren“ ersetzt. Die Anwendbarkeit der in der ZPO enthaltenen, allgemeinen Regelungen über Prozesskosten wird für den Bereich des Scheidungsverfahrens ausgesetzt. Die Grundregel, dass die unterliegende Partei die Kosten zu tragen hat, gilt im Bereich der Ehescheidung nicht. Im Familienrecht wird gemäß § 113 Absatz 5 Ziffer 5 FamFG im Übrigen der Begriff „Partei“ durch den Begriff „Beteiligter“ ersetzt.

Die Richter am Finanzgericht Köln haben aus diesen Gründen differenziert und dem Scheidungsverfahren gegenüber anderen Verfahren eine Sonderstellung zuerkannt. Nur im Ausnahmefall stehen sich in Scheidungsverfahren die Beteiligten mit streitigen Anträgen gegenüber. Im Regelfall ist die Ehe, die geschieden werden soll, so zerrüttet, dass keinem Beteiligten die Fortführung zuzumuten ist. Die Durchführung eines Scheidungsverfahrens ist notwendig, um den Personenstand „verheiratet“ abzulegen, was aus steuerlichen und persönlichen Gründen wichtig sein kann. Die gerichtlichen Scheidungskosten und die Kosten des Scheidungsanwalts entstehen dem Antragsteller zwangsläufig und können nicht abgewendet werden, es sei denn, er hat Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe (zu Prozesskostenhilfe oder Verfahrenskostenhilfe vgl. GEBÜHREN: Zum Rechtsanwalt? Kann ich mir das überhaupt leisten?).

Scheidungsanwalt Landucci von „Scheidung.org“ empfohlen

Rechtsanwaltskanzlei Landucci vom Scheidungsportal „Scheidung.org“ empfohlen

Zur Freude der Kanzlei Landucci wurde unter dem Link https://www.scheidung.org/koeln/ die Rechtsanwaltskanzlei Landucci als empfehlenswerter Scheidungsanwalt bzw. als empfehlenswerte Kanzlei für Scheidung und Familienrecht in Köln besiegelt.

Hierfür wollen wir uns herzlich bedanken!

Informationen zum Scheidungsportal Scheidung.org:


Auf dem Internetportal Scheidung.org findet man sehr viele Informationen rund um das Thema Scheidung. Es werden insbesondere Themen behandelt, wie:

  • Ablauf und Dauer einer Scheidung
  • Online-Scheidung
  • Einvernehmliche Scheidung
  • Annullierung einer Ehe
  • Trennungsjahr
  • Lebenspartnerschaft
  • Ehevertrag
  • Scheidungsfolgenvereinbarung
  • Scheidungskosten
  • Zugewinnausgleich
  • Versorgungsausgleich
  • Hausrat
  • Sorgerecht
  • und vieles mehr

Zum Unterhalt werden unter anderem folgende Themen genauer behandelt:

  • Kindesunterhalt
  • Trennungsunterhalt
  • Ehegattenunterhalt

Rechtsanwalt Landucci ist Fachanwalt für Familienrecht und berät und vertritt Mandanten in Köln und Umgebung unter anderem im Rahmen der Trennung und Scheidung.

Bei ausdrücklichem Wunsch kann gerne hauptsächlich per E-Mail oder Telefon kommuniziert werden. Selbstverständlich können Sie aber auch einen Beratungstermin vereinbaren, sollte Ihnen ein persönliches Gespräch lieber sein.

Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir stehen Ihnen sehr gerne für alle Fragen zur Verfügung. Wir weisen darauf hin, dass keine Rechtsanwaltskosten entstehen, wenn sie unsere Kanzlei kontaktieren.

Die hiesigen Texte sind allesamt überprüft worden, können jedoch keine Rechtsberatung ersetzen, da sie nicht jeden konkreten Einzelfall darstellen können. Es wird keine Garantie und keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der gemachten Angaben übernommen.

Scheidungsirrtümer - Die 10 größten Mythen & Legenden

Scheidung – Die 10 größten Mythen und Legenden

Als Rechtsanwalt für Scheidungsangelegenheiten wissen wir, dass um die Scheidung sehr viele Mythen und Legenden schwirren. Mit diesem Beitrag von Scheidungsanwalt Herrn Landucci soll zumindest ein Teil der verbreiteten Irrtümer aufgeklärt werden.

1.) Thema Scheidungskosten:


Eine Scheidung ist teuer – ich werde mir die Kosten des Anwalts nicht leisten können, da ich nicht viel verdiene!“

Die Kosten einer Scheidung berechnen sich grundsätzlich nach dem monatlichen Einkommen der Eheleute. Wird der Versorgungsausgleich (Ausgleich der während der Ehezeit erworbenen Rentenansprüche der Eheleute) durchgeführt, erhöht sich der Verfahrenswert der Scheidung um jeweils 10 % pro Rentenanwartschaft eines Ehegatten.

Ihre Scheidungskosten können Sie bequem mithilfe unseres Scheidungskostenrechners ausrechnen. Sollten Sie Fragen hierzu haben, können Sie sich sehr gerne an die Kanzlei Landucci wenden. 

Sind Sie Geringverdiener oder gehen Sie keiner Beschäftigung nach, steht Ihnen grundsätzlich Verfahrenskostenhilfe – besser bekannt als Prozesskostenhilfe – zu. Bei Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe oder Prozesskostenhilfe werden alle Kosten für die Scheidung von der Staatskasse übernommen.

Sind Sie also Geringverdiener oder arbeitslos und beziehen Arbeitslosengeld I oder II, machen Sie sich keine Sorgen um die Kosten. Setzen Sie sich beruhigt mit uns in Verbindung. Rechtsanwalt Landucci prüft für Sie die Voraussetzungen der Verfahrenskostenhilfe oder Prozesskostenhilfe und reicht im Rahmen des Scheidungsverfahrens den Antrag beim zuständigen Familiengericht ein.

2.) Thema Scheidungsdauer:


„Ich werde schnell geschieden, weil meine Ehe kurz war.“

Das ist falsch! Auch wenn die Ehe von sehr kurzer Dauer war, muss grundsätzlich das Ende des Trennungsjahres abgewartet werden. Eine schnelle Annullierung der Ehe aufgrund einer kurzen Ehedauer gibt es nicht. So kurz die Ehe auch gewesen sein mag, auch hier muss das formale Scheidungsverfahren durchlaufen werden. Das bedeutet, dass erst nach Ablauf des Trennungsjahres, der Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht eingereicht werden kann.

Bei Ehezeiten, die unter der 3-Jahresgrenze liegen, wird der Versorgungsausgleich nicht durchgeführt, wenn kein Antrag hierfür gestellt wird. Hierdurch – und nur hierdurch – wird das Scheidungsverfahren unter Umständen verkürzt, weil die komplizierte Berechnung der Rentenanwartschaften unterbleibt und deshalb nur über die Voraussetzungen der Scheidung („Zerrüttung der Ehe“) zu entscheiden ist.

3.) Thema Sorgerecht:


„Nach der Scheidung kriegt die Mutter das Sorgerecht!“

Haben die Eheleute ein Kind und üben diese das Sorgerecht gemeinsam aus, ändert sich aufgrund der Scheidung nichts.

Das Sorgerecht kann nur auf einen der Elternteile übertragen werden, wenn ein Ehegatte dies auch beantragt. Durch das Scheidungsverfahren wird nicht automatisch das Sorgerecht geändert. Beantragt ein Ehegatte das alleinige Sorgerecht im Rahmen der Scheidung wird auch über diesen Antrag entschieden. Ein automatisches Sorgerechtsverfahren im Rahmen der Scheidung gibt es jedoch nicht. Ein Verfahren auf Übertragung des alleinigen oder auch gemeinsamen Sorgerechts kann unabhängig von einer Scheidung eingeleitet werden.

4.) Thema Sorgerecht:


„Die Kinder bleiben nach der Scheidung immer bei der Mutter!“

Auch die Frage, wo der künftige Aufenthalt der Kinder sein wird, ist unabhängig von der Scheidung bzw. dem Scheidungsverfahren zu sehen. Haben die scheidungswilligen Eltern das gemeinsame Sorgerecht – was meistens der Fall ist – müssen sie versuchen, die Entscheidung über den Aufenthalt des Kindes, gemeinsam zu treffen. Sind sie sich hierüber nicht einig, gibt es die Möglichkeit, die Beratung des Jugendamtes in Anspruch zu nehmen. Führt auch dies nicht zu einer Einigung, gibt es die Möglichkeit, beim Familiengericht die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts zu beantragen. Bei dem Aufenthaltsbestimmungsrecht handelt es sich um einen Teil des Sorgerechts. In solchen Verfahren verfolgt ein Elternteil das Ziel, dieses Recht auf sich allein übertragen zu lassen, damit es ohne Einfluss des anderen Elternteils entscheiden kann, wo das Kind dauerhaft verbleibt.

Die Entscheidung des dauerhaften Aufenthalts des Kindes richtet sich immer nach dem Kindeswohl. Ist der Lebensmittelpunkt des Kindes im Haushalt der Mutter zu sehen, dürfte es dem Kindeswohl entsprechen, wenn das Kind weiterhin bei der Mutter wohnt. Ist der Lebensmittelpunkt dagegen beim Vater, sollte aus Gesichtspunkten des Kindeswohls das Kind beim Vater bleiben.

Es gibt also im Ergebnis keine Regel, bei der die Kinder nach der Scheidung bei der Mutter bleiben sollen.

5.) Thema nicht-einvernehmliche Scheidung:


„Mein Ex stimmt der Scheidung nicht zu. Was nun?“

Eine Zustimmung zur Ehescheidung beschleunigt und vereinfacht das Scheidungsverfahren, es handelt sich jedoch nicht um eine Voraussetzung für die Scheidung.

Ist ein Ehegatte im Zuge der Trennung vor einem Jahr aus der ehemals ehelichen Wohnung ausgezogen oder lebt er noch immer in der gleichen Wohnung, wurde aber vor einem Jahr die Trennung im ehelichen Haushalt durchgeführt – sog. Trennung von Tisch und Bett – kann die Scheidung auch ohne seine Zustimmung durchgeführt werden. Es muss dann erläutert werden, wie die Trennung vor einem Jahr vollzogen wurde. Liegt die Trennung also auf der Hand und ist das Trennungsjahr abgelaufen, wird die Scheidung auch ohne Zustimmung durchgeführt.

6.) Thema Scheidungskosten:


„Um Kosten zu sparen, kann man sich für die Scheidung einen gemeinsamen Anwalt nehmen.“

Ehepartner, die sich einvernehmlich scheiden lassen wollen, gehen oft davon aus, dass sie gemeinsam einen Anwalt für die Scheidung beauftragen können, um nur einmal die Anwaltskosten bezahlen müssen. Dies ist jedoch so nicht ganz richtig.

Die scheidungswilligen Ehepartner können richtigerweise nur entscheiden, dass einer von Ihnen einen Anwalt für die Scheidung beauftragt. Der Rechtsanwalt reicht dann für den einen Ehegatten die Scheidung ein. Der andere Ehepartner stimmt dann im Rahmen der Scheidung ohne anwaltlichen Beistand der Scheidung zu. Im Scheidungsverfahren ist man nämlich von dem Anwaltszwang befreit, wenn man der Scheidung nur zustimmen will. Die Eheleute können bei solchen einvernehmlichen Scheidungen untereinander vereinbaren, dass sie sich dann die Kosten des Anwalts teilen. Nur in dieser Hinsicht werden also Kosten gespart. Gibt es im Laufe der Scheidung aber Streitpunkte (z.B. Unterhalt) sollte sich der andere Ehepartner ebenfalls einen Anwalt nehmen. Der Grund, weshalb es nicht möglich ist, einen gemeinsamen Anwalt zu beauftragen, liegt darin, dass es sich auch bei einvernehmlichen Scheidungen bei den Eheleuten um Antragsteller und Antragsgegner handelt. Aus den jeweiligen Rechtspositionen können also verschiedene Ansprüche für den jeweiligen Ehepartner resultieren. Da es sich in solchen Fällen um gegensätzliche Ansprüche handeln würde, kann ein gemeinsamer Anwalt die gegensätzlichen Interessen nicht vertreten. Beide Eheleute müssen oder sollten sich in solchen Fällen anwaltliche Hilfe holen.

7.) Thema Unterhalt:


„Bei der Scheidung wird auch der Unterhalt geregelt.“

Der Unterhalt wird im Rahmen einer Scheidung nicht automatisch geregelt. Gibt es gemeinsame minderjährige Kinder, muss geprüft werden, ob Ansprüche auf Kindesunterhalt bestehen. Die Berechnung des Kindesunterhalts richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle.

Das gleiche gilt für den Unterhalt seit der Trennung bis zur Scheidung, den sog. Trennungsunterhalt und für den nachehelichen Unterhalt (Unterhalt nach der Scheidung).

Alle Ansprüche auf Unterhalt müssen im Einzelnen geprüft werden. Erst, wenn ein Ehepartner solche Ansprüche geltend macht, spielen sie im Rahmen einer Scheidung eine Rolle. Macht im Scheidungsverfahren keiner irgendwelche anderen Ansprüche geltend, geht es nur um die Scheidung der Ehe.

8.) Thema Vermögensteilung:


„Nach der Scheidung wird das Vermögen geteilt.“

Dass nach der Scheidung das Vermögen geteilt wird, ist ein sehr verbreiteter Irrglaube.

In Deutschland gilt bei Ehen der Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, dass das während der Ehe erworbene Vermögen grundsätzlich dem Ehepartner gehört, der es erwirtschaftet hat.

Hat während der Ehe ein Ehepartner mehr Vermögen angehäuft als der andere, dann kann im Rahmen der Scheidung der andere Ehepartner den sogenannten „Zugewinnausgleich“ beantragen.

Der Zugewinn ist die Differenz zwischen dem Endvermögen eines Partners zum Zeitpunkt der Scheidung und seinem Anfangsvermögen zum Zeitpunkt der Eheschließung.

Steht am Ende der Berechnung der jeweiligen Zugewinne im Ergebnis fest, dass ein Ehepartner einen größeren Zugewinn hat als der andere, dann hat der andere Ehepartner einen Anspruch auf Zahlung der Hälfte der Differenz der Zugewinne („Zugewinnausgleich“).

9.) Thema Vermögensteilung:


„Er bekommt das Haus, dann habe ich nix mehr damit zu tun.“

Haben die Eheleute ein Haus erworben und wurde hierfür ein Darlehensvertrag gemeinsam abgeschlossen, sind beide Ehepartner gegenüber der Bank zur Zahlung der Kreditverbindlichkeiten verpflichtet. Es spielt hierbei keine Rolle, ob beide Ehepartner als Eigentümer im Grundbuch stehen oder nicht.

Der Darlehensvertrag, der mit der Bank abgeschlossen wurde, ist unabhängig von der Eigentumsposition zu sehen. Meistens zahlt ein Ehepartner die komplette Darlehensrate und der andere Ehegatte geht davon aus, dass er nicht zu irgendeiner Zahlung verpflichtet ist. Der zahlende Ehegatte könnte aber grundsätzlich gegen den anderen die Hälfte der von ihm gezahlten monatlichen Rate verlangen. Dies kommt jedoch bei (noch) intakten Ehe selten vor.

Überträgt im Rahmen einer Trennung oder Scheidung ein Ehepartner dem anderen seine Eigentumshälfte, wird er nicht automatisch von der Verpflichtung freigestellt, die Hälfte der Darlehensrate an die Bank zu zahlen. Um eine solche Freistellung oder Entpflichtung zu erhalten, sollte der jeweilige Ehepartner mit der Bank ein Gespräch suchen, um eine Lösung des Ganzen zu finden. Im besten Falle kann er unter bestimmten Voraussetzungen aus dem Kreditvertrag entlassen werden. Dies liegt jedoch in der Entscheidungsmacht der Bank.

Es gibt auch noch die Möglichkeit, dass in solchen Fällen der Ehepartner, dem das ganze Haus gehört, auch die komplette Darlehensrate bezahlt und den anderen Ehegatten im Innenverhältnis von der Verpflichtung freistellt, die andere Hälfte der Darlehensrate zu bezahlen. Hierbei besteht aber die Gefahr, dass der zahlende Ehepartner irgendwann nicht mehr zahlungsfähig ist, die Bank sich deshalb wieder an den anderen Ehepartner wendet und die Zahlung der Kreditraten beansprucht, obwohl dieser Ehepartner nicht mehr Eigentümer des finanzierten Hauses ist.

Bevor im Rahmen einer Trennung oder Scheidung die eigene Eigentumsposition aufgegeben wird und eine Immobilie an den anderen Ehepartner komplett übertragen wird, sollte anwaltlicher Rat in Anspruch genommen werden.

10.) Thema Ehevertrag:


„Eheverträge dürfen nur vor der Ehe geschlossen werden?“

Nein! Eheverträge können auch nach Eheschließung geschlossen werden. Im Rahmen dieser Verträge kann beispielhaft geregelt werden, dass auf die gegenseitige Zahlung von Unterhalt nach Scheidung der Ehe verzichtet wird. Die Eheleute können vereinbaren, dass der Versorgungsausgleich ausgeschlossen und dass der Zugewinnausgleich nur im Falle des Todes eines Ehegatten durchgeführt wird (sog. modifizierter Zugewinnausgleich).

Ist eine Scheidung in Sicht, können diese Punkte auch im Rahmen einer sogenannten „Scheidungsfolgenvereinbarung“ geregelt werden. Diese unterscheidet sich kaum von einem Ehevertrag. Beachten muss man aber, dass sowohl der Ehevertrag als auch die Scheidungsfolgevereinbarung notariell beurkundet werden müssen, damit sie wirksam sind.

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