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Scheidung – Wie kann man eine Trennung mit Kind meistern?

Scheiden tut weh und dieses Sprichwort trifft umso mehr zu, wenn auch noch ein Kind oder gleich mehrere Kinder im Spiel sind. Eine Trennung, in die ein Kind involviert ist, stellt alle Betroffenen vor große Herausforderungen. Doch wenn die Scheidung rechtlich, organisatorisch und emotional umsichtig und mit Fingerspitzengefühl über die Bühne gebracht wird, kann eine Trennung auch eine Chance für die ganze Familie sein. Aber was ist wichtig, um eine Scheidung mit Kind erfolgreich zu meistern?

Tragen Sie Ihren Streit niemals vor Ihren Kindern aus

Auch wenn Sie und Ihr Partner es derzeit kaum miteinander im selben Raum aushalten, sollten Sie Ihre Streitigkeiten auf keinen Fall vor Ihrem Kind austragen und auch nicht in Anwesenheit Ihrer Kinder schlecht über Ihren Ex-Partner sprechen. Bei einer Scheidung sollten Sie die Rolle Ihres Ex-Partners als Elternteil von der ehelichen Beziehung zu diesem trennen.

Sprechen Sie offen aber behutsam mit den Kindern über die Trennung

Kinder haben sehr sensible Antennen für Spannungen zwischen Ihren Eltern, so dass Sie früher oder später die Unstimmigkeiten zwischen Ihnen bemerken werden. Wenn eine Scheidung also für Sie und Ihrem Partner die beste Lösung ist, sollten Sie nicht zu lange damit warten, ein offenes Gespräch mit Ihren Kindern zum Thema Trennung zu führen. Geben Sie Ihrem Kind bei diesem Gespräch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und erklären Sie ihnen, dass die Scheidung mit ihnen in keinerlei Zusammenhang steht.

Sorgen Sie gemeinsam mit Ihrem Ex-Partner dafür, dass die Kinder in jeder Hinsicht gut versorgt sind

Nach der Trennung sollten Sie dafür Sorge tragen, dass Ihr Kind sich in jeder Hinsicht gut umsorgt fühlt, egal bei welchem Elternteil es sich gerade befindet. Das umfasst sowohl die emotionale Geborgenheit, als auch die finanzielle Absicherung des Kindes. Vereinbaren Sie vor der Scheidung daher mit Ihrem Partner faire Unterhaltszahlungen und feste Termine, zu denen das Kind Zeit mit dem jeweils anderen Elternteil verbringt.

Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch

Egal ob Ihre Trennung Ihnen in juristischer Hinsicht Probleme bereitet oder Sie und Ihr Kind in emotionaler Hinsicht unter der Scheidung leiden; sich professionelle Hilfe zu suchen, ist in beiden Fällen ratsam. Gemeinsam mit einem Therapeuten können Sie, Ihr Ex-Partner und natürlich auch Ihr Kind lernen, besser mit der Trennung umzugehen und einen Rechtsanwalt kann Ihnen dabei helfen, rechtliche Probleme zu lösen.

Fazit: Eine Scheidung ist immer eine Herausforderung für alle Beteiligten, kann aber mitunter auch für Kinder eine Chance auf einen Neuanfang sein. Denn ein Kind hat sehr feine Antennen für die Streitigkeiten und das Unglück seiner Eltern, so dass es sich auf Dauer mit Trennung und Scheidung durchaus arrangieren kann, wenn das Familiengefüge dadurch in Zukunft besser funktioniert. Eine Trennung kann also auch als Chance gesehen werden.

 

Scheidung: Paritätsmodell kann für Vorschulkinder sinnvoll sein

Das Paritätsmodell, auch Wechselmodell oder Doppelresidenzmodell genannt, beschreibt eine bestimmte Regulierung, was die Kinderbetreuung durch die Eltern nach einer Trennung oder Scheidung betrifft. So wird juristisch zwischen dem Residenz- und dem Doppelresidenzmodell (Paritätsmodell) unterschieden. Eine aktuelle schwedische Studie zeigt auf, dass das Paritätsmodell speziell für Kinder im Vorschulalter gegenüber dem Residenzmodell Vorteile haben kann. 

Scheidung, und jetzt: Wer kriegt die Kinder?

Eine Scheidung ist ein tiefer Einschnitt in das Leben einer Familie. Schwer genug ist die Situation allein schon für die beiden Partner. Doch für die Kinder ist die Scheidung ein schreckliches Ereignis, das sich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in Gänze überblicken lässt.

Zum Glück ist seit 1998 das Kindschaftsrecht modernisiert und mit den gängigen Lebensmodellen von Frau und Mann in Einklang gebracht worden: Das gemeinsame Sorgerecht ist der Normalfall.

Nun gibt es im Grunde zwei Modelle für die weitere Betreuung der Kinder nach der Trennung oder Scheidung:

1.) Residenzmodell

Nach der Scheidung ist das Sorgerecht in der Regel weiterhin geteilt. Doch der Hauptwohnsitz und Aufenthaltsort des Kindes ist entweder bei dem Vater oder bei der Mutter. Die große Mehrheit der geschiedenen Eltern in Deutschland entscheiden sich für dieses Modell.

2.) Paritätsmodell (Doppelresidenzmodell)

Nach diesem Modell verbringen die Kinder nach der Scheidung zu gleichen Teilen ihre Zeit bei der Mutter und bei ihrem Vater. Sie haben gewissermaßen zwei Wohnsitze, zwischen denen sie nach bestimmten zeitlichen Vereinbarungen hin und her pendeln. In Schweden liegt der Anteil der Eltern, die sich für das Paritätsmodell entscheiden wesentlich höher. Hier, wie in vielen anderen Ländern, gibt es bereits eine gesetzliche Grundlage für dieses Lebensmodell.

Was sagen schwedische Studien zum Thema Paritätsmodell?

Ziel der Studien war es, zu erforschen, wie unterschiedlich sich die beiden Regelungen nach der Scheidung auf die Kinder, hier speziell Kinder im Alter zwischen 4 und 6, auswirken.

Das Ergebnis war ein eindeutiges Votum für das Paritätsmodell. Besonders Kinder im Vorschulalter profitieren nach den Ergebnissen dieser Studie vom Paritätsmodell.

Die Ergebnisse der Studie

Kinder, die nach dieser Regelung aufgewachsen sind, zeigen eine geringere Anfälligkeit für psychische Probleme, als Kinder, die nur bei einem Elternteil aufgewachsen sind. Die Kinder profitieren also vom Wechselmodell. Die Vorteile:

  • Das Kind muss sich nach der Scheidung nicht für einen Elternteil entscheiden.
  • Beim Paritätsmodell bleibt der väterliche Anteil an der Erziehung gleichgewichtig zum Anteil der Mutter vorhanden, was für die Entwicklung des Kindes als vorteilhaft eingestuft wird.
  • Die Eltern pflegen bei diesem Modell in der Regel auch nach der Scheidung einen freundschaftlichen Kontakt und Umgang miteinander.
  • Letztendlich sind die Eltern weniger gestresst, da alle Anforderungen und Pflichten halbiert werden.

Kritik an der Studie, am Paritätsmodell

Der Hauptkritikpunkt an der Studie war, dass sich nur diejenigen Eltern für das Paritätsmodell entscheiden, die auch nach der Scheidung noch einen gepflegten bis freundschaftlichen Umgang miteinander pflegen. Dies sei zu einem größeren Teil bei gebildeten und finanziell abgesicherten Paaren der Fall.

Die Hauptargumente, die gegen dieses Modell angeführt werden sind:

  • der ständige Wohnortwechsel, der die Kinder unter Stress setzen kann
  • Kinder benötigen einen Lebensmittelpunkt und nicht zwei
  • das funktioniert nur bei finanziell gut situierten und gebildeten Eltern

Wie würden Sie entscheiden?

Noch gibt es keine gesetzliche Grundlage für das Paritätsmodell in Deutschland, zum Beispiel, was den Wohnsitz des Kindes oder die Aufteilung des Kindergeldes betrifft. Dennoch kann es, besonders für Partner, die auch nach der Scheidung einen normalen Umgang miteinander pflegen, für das Kind auch jetzt schon eine vorteilhafte Alternative zur Entscheidung: Mama oder Papa? sein. Lassen Sie sich auch über diese Alternative beraten.

 

Rechtssicher mit dem Kind nach einer Scheidung in den Urlaub fahren

Wenn Eltern gegenseitig feststellen, dass die gemeinsame Basis für ein gemeinsames Zusammenleben nicht mehr vorhanden ist, dann leiden zumeist die Kinder am meisten darunter. Eine Trennung der Eltern und die fast schon zwangsläufig folgende Scheidung ist für die Kleinsten immer ein Schock, zumal oft anschließend für die Erwachsenen die schwierige Frage im Hinblick auf das Sorgerecht zu klären ist.

In der Regel wird das Sorgerecht unter beiden erziehungsberechtigten Eltern aufgeteilt, doch kann das Kind oder die Kinder naturgemäß ihren festen Wohnsitz nur bei einem Elternteil haben. Wenn dann das Thema Urlaub ansteht, ist Streit in vielen Fällen vorprogrammiert, da natürlich beide Elternteile mit dem Nachwuchs einen gemeinsamen Urlaub verbringen möchten. Glücklicherweise ist nach einer Trennung oder Scheidung die Rechtslage im Hinblick auf das Sorgerecht sehr eindeutig, so dass es keine unnötigen Diskussionen geben muss.

Beide haben ein Recht auf Mitbestimmung der Lebensgestaltung

Üben die Erwachsenen ein gemeinsames Sorgerecht nach der Trennung bzw. der Scheidung aus, so können beide Elternteile auch nach der Scheidung in Fragen der Lebensgestaltung des Nachwuchses mitbestimmen. Der Urlaub mit dem Kind ist auch nach der Trennung bzw. Scheidung ein wesentlicher Bestandteil der Freizeitplanung, die wiederum in Bezug auf das Sorgerecht als Teil der Lebensgestaltung angesehen wird. Somit haben beide Elternteile auch nach der Trennung bzw. Scheidung ein Recht darauf, mit dem Kind in den Urlaub zu fahren.

Ausnahmen gibt es jedoch dann, wenn der Urlaub nach der Trennung bzw. Scheidung im Ausland verbracht werden soll. Es kommt hier ganz darauf an, welches Land im Ausland das Elternteil mit dem gemeinsamen Sorgerecht nach der Trennung bzw. Scheidung mit dem Kind besuchen möchte und welche Rahmenbedingungen für die Reise ins Ausland vorherrschen. Diese Fragen berühren das Sorgerecht durchaus, so dass ein Partner allein dies nicht immer zu entscheiden hat.

Das Kindeswohl steht im Vordergrund

Selbst dann, wenn beide Parteien das Sorgerecht gemeinsam ausüben, kann einer der beiden Partner den Urlaub des anderen Parts im Ausland mit dem Kind verhindern. Ganz wie es der Name Sorgerecht vermuten lässt, steht das Kindeswohl beim Sorgerecht im Vordergrund, so dass aus Kindeswohlgesichtspunkten das Sorgerecht den Urlaub im Ausland verhindern kann. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn die Reise ins Ausland in ein Kriegsgebiet erfolgen soll.

In diesem Fall ist es unerheblich, ob ein Elternteil das Sorgerecht ebenso ausübt wie der andere Elternteil; der andere Elternteil muss dem Urlaub im Ausland nach der Trennung oder Scheidung zustimmen. Ohne die Zustimmung des jeweils anderen Elternteils, welcher das Sorgerecht mit ausübt, ist ein Urlaubsantritt grundsätzlich nicht möglich.

Eine weitere Einschränkung, die ebenfalls das Sorgerecht betrifft, ist die Haltung desjenigen Elternteils, der mit dem Kind nach der Trennung oder Scheidung den Urlaub im Ausland antritt. Es darf auf gar keinen Fall dazu kommen, dass die Beziehung des Kindes zu dem anderen Elternteil verschlechtert wird. Dies ist unabhängig davon, ob der andere Elternteil ebenfalls das gemeinsame Sorgerecht hat oder nicht.

 

Fünf Tipps: So verkraften Ihre Kinder die Scheidung besser

Von den Schwiegereltern kommt Gegenwind: “Ihr hättet es ruhig noch einmal versuchen können, allein der Kinder wegen!” Freunde hingegen bestätigen: “Gut, dass ihr endlich die Scheidung eingereicht habt, besser so für die Kinder!” Wenn Sie eine Scheidung als einzige Lösung sehen, werden Sie Ihre Gründe haben. Beherzigen Sie bei Ihrer Scheidung fünf Regeln, können die Kinder leichter mit der Trennung fertig werden. 

Kinder zuerst

Bei einer Scheidung gibt es für die Eltern natürlich kein Patentrezept für den Umgang mit ihren Kindern. Jede einzelne Situation ist anders: Das Alter der Kinder, gibt es Geschwister oder nicht? Und letztendlich reagiert jedes Kind noch einmal ganz individuell auf diese „Katastrophe“. Denn in den allermeisten Fällen ist eine Scheidung genau das für die Kinder, eine Katastrophe.

Je nach Alter haben die Kinder wahrscheinlich längst mitbekommen, dass irgendetwas nicht stimmt. Da können Sie noch so diskret miteinander streiten, in den Kinderköpfen arbeitet es bereits. Wenn Sie als Eltern nicht wollen, dass sich da etwas Unheilvolles zusammenbraut, dann:

  • verhalten Sie sich jederzeit fair Ihrer Familie (inkl. Partner, Partnerin) gegenüber
  • sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Kind, altersgemäß und aufrichtig

Halten Sie sich daher, in der Zeit vor und nach der Scheidung, immer wieder diese fünf Punkte vor Augen:

1. Alle Zeit und Aufmerksamkeit den Kindern

Die Zeit rund um eine Scheidung ist nervenaufreibend für die Ehepartner, auch ohne Kinder. Mal ist die Scheidung einvernehmlich, mal geht die Initiative von einer Seite aus. Konfliktpotenzial ist in den meisten Fällen mehr als genug vorhanden. Doch wenn Kinder davon betroffen sind, müssen sie an erster Stelle stehen.

2. Eine Scheidung und keiner verliert sein Gesicht

Auch wenn es manchmal schwerfällt, bleiben Sie fair zueinander. Nötigen Sie bei einer Scheidung niemals Ihre Kinder dazu, sich Ihnen zu Liebe vom anderen Elternteil abzuwenden. Mit anderen Worten „mobben“ Sie sich nicht gegenseitig. Die Kinder geraten dadurch in einen unnötigen Loyalitätskonflikt.

3. Offen reden, über die Gegenwart und die Zukunft

Sie brauchen den Kindern nicht detailliert erklären, warum die Scheidung für Sie der einzige Weg ist. Sie werden es in den meisten Fällen nicht nachvollziehen können oder wollen. Vielmehr wollen Kinder wissen, was jetzt passiert: Müssen sie sich für einen von Ihnen entscheiden? Können sie jederzeit mit dem anderen Elternteil zusammen sein? Bleiben sie in der Schule, in der Stadt?

4. Klare Ansagen für die Kinder und Versprechen werden gehalten

Eigentlich ist das eine Selbstverständlichkeit. Aber in dieser psychisch labilen Zeit einer Scheidung, in der es oft um verletzte Gefühle geht, ist das nicht immer einfach. Dennoch, auch wenn es Streit untereinander gibt: Zusagen und Ansagen an die Kinder müssen auch vor und nach einer Scheidung eingehalten werden.

5. Die Zeit nach der Scheidung: Kinder brauchen Geborgenheit

Zu jeder Zeit sollten die Kinder das Gefühl haben, ihre Eltern bleiben immer ihre Eltern, auch nach einer Scheidung. Dieses Gefühl vermitteln Sie am besten dadurch, dass Sie und Ihr Partner, oder Ihre Partnerin, für Ihre Kinder da sind. Verbringen Sie möglichst viel Zeit mit ihnen.

 

Das alles zu beachten, ist keine leichte Aufgabe in der psychisch angespannten Zeit rund um die Scheidung. Deshalb sollten Sie sich auch nicht scheuen, bei Schwierigkeiten professionellen Rat einzuholen. Zum Beispiel bei einer Trennungsberatung. Die Rechtsanwaltskanzlei Landucci nennt Ihnen bei Bedarf gerne Ansprechpartner.

 

Im Blickpunkt: Umgangsrecht vs. Umgangsverbot

Umgangsrecht und was es bedeutet


Als Teilbereich des Familienrechts bestimmt das Umgangsrecht die Interaktion zwischen einem minderjährigen Kind und demjenigen Elternteil, mit dem das Kind nicht zusammen wohnt.

Im besten Fall ist es den getrennt lebenden Eltern selbst überlassen, gemeinsam eine Regelung bezüglich des Umgangs mit dem Kind festzulegen. Leider passiert es jedoch häufig, dass Eltern bei der Umgangsgestaltung keinen Konsens erreichen. Dieser Umstand ist oft gegeben, wenn sich die Eltern etwa im Bösen getrennt haben und nicht imstande sind, ihre Streitigkeiten zum Wohle des Kindes beizulegen.

Generell ist davon auszugehen, dass ein Umgang mit beiden Elternteilen zum Kindeswohl positiv beiträgt und von Vorteil für die Entwicklung des Kindes ist. Das Umgangsrecht hat hierbei die Funktion, auch nach der Trennung eines Paares dem Kind die Gelegenheit zu bieten, eine Beziehung zu beiden Elternteilen aufrecht zu erhalten. Durch den Umgang soll es beiden Eltern ermöglicht werden, an der Erziehung sowie an der Versorgung des Kindes teilhaben zu können und somit einen jeweiligen Beitrag zum Kindeswohl leisten zu können. Hierbei soll natürlich in erster Linie vermieden werden, dass das Kind sich von demjenigen Elternteil entfremdet, bei dem das Kind nicht lebt. Ganz im Gegenteil soll das Kind auch im Besonderen einen Einblick in die Lebensverhältnisse dieses Elternteils bekommen und an dessen Leben aktiv teilnehmen.

Ein Umgangsverbot kann nur durch einen gerichtlichen Beschluss verhängt werden. Diese Entscheidung muss begründet ausgesprochen werden, wenn das Gericht von einer konkreten Gefährdung des Kindeswohls ausgeht.

Ganz konkret: Das Umgangsverbot


In einem aktuellen Fall hat das Bundesverfassungsgericht (BverfG) nach einem jahrelangen Rechtsstreit das Umgangsverbot für einen Vater bestätigt (Beschluss vom 25.04.2015, Az.: 1 BvR 3326/14). Laut dieses Beschlusses ist es dem Mann nur gestattet, einmal im Monat einen Brief an seinen elfjährigen Sohn zu schicken. Ausschlaggebend für das Umgangsverbot war hierbei mitunter die Tatsache, dass das Kind selbst keinen Umgang mit dem Vater wünsche. Mit Vehemenz habe der Junge zum Ausdruck gebracht, jeglichen Kontakt zum Vater vermeiden zu wollen. Erschwerend kam darüber hinaus hinzu, dass die Kindesmutter aufgrund der brüchigen familiären Umstände nicht in der Lage gewesen sei, dem Kind ein positives Vaterbild vermitteln zu können.

Trotz des, aus der Perspektive des Kindesvaters, ungünstigen gerichtlichen Beschlusses, sah das BVerfG seine Entscheidung durchaus gerechtfertigt und gab in der Gerichtsmitteilung zu Protokoll, dass die Grundrechte des Vaters (aus Art. 6 Abs. 2 S. 1 Grundgesetz) hierbei nicht verletzt würden. Im Fokus der Richter stand bei der Erteilung des Umgangsausschlusses das Kindeswohl, das bei einer gegenteiligen Entscheidung möglicherweise nicht mehr gesichert gewesen wäre.

Rechtsanwalt Landucci hat sich in seiner in Köln ansässigen Kanzlei auf Familienrecht spezialisiert. Bei Fragen oder Problemen zu familienrechtlichen Sachverhalten, wie Umgangsrecht oder Umgangsverbot, steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Landucci vertrauensvoll zur Seite.