Beiträge

Die häufigsten Irrtümer im deutschen Familienrecht

Das Familienrecht ist ein breit gefächertes Rechtsgebiet, das die unterschiedlichsten Regelungen und Vorschriften miteinander vereint. Besonders die Themen Scheidung, Unterhalt und Sorgerecht sorgen in diesem Zusammenhang immer wieder für Verwirrung. Es gibt einige Irrtümer, die sich im deutschen Familienrecht hartnäckig halten. Hier sind einige dieser Irrtümer.

1. Nach der Hochzeit gehört uns alles gemeinsam

Viele Paare sind irrtümlich der Ansicht, dass ihnen nach der Hochzeit automatisch alle Besitztümer gemeinsam gehören. Dies ist so jedoch nicht richtig. Haben die Eheleute keinen Ehevertrag geschlossen, dann leben sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass der Begriff der Zugewinngemeinschaft bedeutet, dass ab jetzt gemeinschaftliches Eigentum entsteht. Vielmehr ist es aber so, dass all das, was ein Ehepartner bereits mit in die Ehe eingebracht hat, ihm auch nach der Scheidung noch gehört. Nur ein gemeinsamer Erwerb neuer Anschaffungen führt auch tatsächlich zum gemeinsamen Eigentum. Ausgeklammert davon sind möglicherweise Erbschaften oder Schenkungen.

Wird die Ehe irgendwann eventuell geschieden, wird ein sogenannter Zugewinnausgleich durchgeführt.

2. Ein Ehevertrag kann ausschließlich vor der Ehe geschlossen werden

Auch dieser Irrtum aus dem Familienrecht ist weit verbreitet. Eheverträge können auch nach der Eheschließung noch problemlos geschlossen werden. Sinnvoll sind Eheverträge beispielsweise für die Konstellation, dass Eheleute für den Fall einer Scheidung vorsorgen und durch verbindliche Regelungen Streit vermeiden wollen. Regelungen zu Unterhalt, Zugewinnausgleich oder Sorgerecht können in solch einem Ehevertrag festgehalten werden.

3. Eine kurze Ehe kann einfach annulliert werden

Ein Klassiker unter den Familienrecht Irrtümer ist die Vorstellung, dass eine kurze Ehe einfach annulliert werden kann. Diese Vorstellung ist jedoch absolut falsch. Vielmehr sieht das deutsche Familienrecht vor, dass auch kurze Ehen ein reguläres Scheidungsverfahren durchlaufen müssen, um beendet zu werden. Dies bedeutet, dass das Trennungsjahr als Scheidungsvoraussetzung eingehalten werden muss. Nur ganz ausnahmsweise kann von diesen Vorgaben abgewichen werden.

4. Beim einvernehmlichen Scheidungsverfahren kann ein “gemeinsamer Anwalt” beauftragt werden

Irrtümer im Familienrecht gibt es viele. Einer der meist verbreiteten Irrtümer ist der, dass Ex-Partner, die sich über die Scheidung sowie deren wichtigste Eckpunkte einig sind, einen gemeinsamen Rechtsanwalt beauftragen können. Das geht jedoch nicht. Denn selbst potentiell widerstreitende Interessen, wie sie bei Ex-Partner theoretisch immer gegeben sind, darf ein Rechtsanwalt nicht vertreten.

Möglich ist bei einer einvernehmlichen Scheidung lediglich, dass einer der Ehegatten sich rechtsanwaltlich vertreten lässt und der andere Ehegatte gar keinen Rechtsbeistand beauftragt. Bei einer strittigen Scheidung im Familienrecht sollten sich stets beide Parteien einen Anwalt nehmen.

5. Bei einer Scheidung bekommt die Mutter automatisch nach deutschem Familienrecht das Sorgerecht

Das deutsche Familienrecht kennt keine solche Regelung. Lässt sich ein Ehepaar scheiden, haben in der Regel auch weiterhin beide Elternteile das gemeinsame Sorgerecht inne, wenn dem nicht besondere Umstände entgegenstehen.

Ehe-Irrtümer – Wichtige Infos für Paare

Miteinander den Bund fürs Leben einzugehen ist für viele Paare ein wichtiger und hoch emotionaler Schritt mit weitreichenden persönlichen und rechtlichen Folgen. Eine Ehe wird zwar in der Regel hauptsächlich, aber nicht nur der Liebe wegen eingegangen. Doch bevor man “ja” zueinander sagt, sollte man die gängigsten Ehe-Irrtümer kennen, um keinen falschen Vorstellungen zu erliegen.

Irrtum 1 : Ehepaaren gehört automatisch alles gemeinsam

Irrtümer, die Ehe betreffend, drehen sich häufig um die Eigentumsverhältnisse nach der Eheschließung. Fälschlicherweise glauben viele, dass Ehepaaren nach der Hochzeit automatisch alles gemeinsam gehört. Dem ist jedoch nicht so. Wurde kein abweichender ehelicher Güterstand vereinbart, verbleiben sämtliche Vermögensgegenstände im Eigentum des Ehegatten, der diese mit in die Ehe gebracht hat. Dies gilt auch für Vermögensgegenstände, die einer der Partner während der Ehedauer unter seinem Namen hinzugewinnt.

Wird die Ehe später geschieden, wird beim gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft der sogenannte “Zugewinnausgleich” durchgeführt, der einen Ausgleich der ehelichen Vermögenswerte herbeiführen soll.

Irrtum 2: Getrennte Konten bedeuten automatisch eine Gütertrennung

Auch bei dieser Vermutung handelt es sich um einen der weit verbreiteten Ehe-Irrtümer. Die Führung getrennter Konten hat keinerlei Aussagekraft die Frage betreffend, für welchen ehelichen Güterstand sich ein Paar entscheiden hat. Eine Gütertrennung wurde nur dann wirksam vereinbart, wenn dieser in einem notariellen Ehevertrag schriftlich festgehalten wurde.

Irrtum 3: Jeder Ehepartner kann verkaufen, was er will

Grundsätzlich ist das zwar zutreffend, allerdings gibt es bestimmte Einschränkungen zu beachten. Soll ein Vermögensgegenstand veräußert werden, der fast das gesamte Vermögen des verkaufenden Ehegatten betrifft, wie dies bei einer Immobilie oder einem Grundstück der Fall sein kann, dann wird die Zustimmung des anderen Ehepartners benötigt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass nicht einer der Ehepartner einseitig über das gesamte Vermögen verfügen und dadurch der Familie die Lebensgrundlage entziehen kann.

Irrtum 4: Ich erbe automatisch alles, wenn mein Ehepartner stirbt

Nein, dies ist nicht automatisch der Fall und ein Fall der typischen Ehe-Irrtümer. Denn wurde von den Ehepartnern kein Testament aufgesetzt, dann greift die gesetzliche Erbfolge. Die gesetzliche Erbfolge wiederum ist in ihrer konkreten Ausgestaltung davon abhängig, für welchen Güterstand sich ein Paar entschieden hat. Leben die Ehegatten im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, dann fällt dem überlebenden Ehegatten neben dem Kind des Erblassers die Hälfte des Vermögens zu und gibt es zwei Kinder, dann bekommt der überlebende Ehepartner ein Drittel des Vermögens des Verstorbenen. Ein Testament kann also durchaus ein sinnvolles Instrument in der Ehe sein, um den anderen Ehegatten für den Todesfall abzusichern.