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Ehe-Irrtümer – Wichtige Infos für Paare

Miteinander den Bund fürs Leben einzugehen ist für viele Paare ein wichtiger und hoch emotionaler Schritt mit weitreichenden persönlichen und rechtlichen Folgen. Eine Ehe wird zwar in der Regel hauptsächlich, aber nicht nur der Liebe wegen eingegangen. Doch bevor man “ja” zueinander sagt, sollte man die gängigsten Ehe-Irrtümer kennen, um keinen falschen Vorstellungen zu erliegen.

Irrtum 1 : Ehepaaren gehört automatisch alles gemeinsam

Irrtümer, die Ehe betreffend, drehen sich häufig um die Eigentumsverhältnisse nach der Eheschließung. Fälschlicherweise glauben viele, dass Ehepaaren nach der Hochzeit automatisch alles gemeinsam gehört. Dem ist jedoch nicht so. Wurde kein abweichender ehelicher Güterstand vereinbart, verbleiben sämtliche Vermögensgegenstände im Eigentum des Ehegatten, der diese mit in die Ehe gebracht hat. Dies gilt auch für Vermögensgegenstände, die einer der Partner während der Ehedauer unter seinem Namen hinzugewinnt.

Wird die Ehe später geschieden, wird beim gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft der sogenannte “Zugewinnausgleich” durchgeführt, der einen Ausgleich der ehelichen Vermögenswerte herbeiführen soll.

Irrtum 2: Getrennte Konten bedeuten automatisch eine Gütertrennung

Auch bei dieser Vermutung handelt es sich um einen der weit verbreiteten Ehe-Irrtümer. Die Führung getrennter Konten hat keinerlei Aussagekraft die Frage betreffend, für welchen ehelichen Güterstand sich ein Paar entscheiden hat. Eine Gütertrennung wurde nur dann wirksam vereinbart, wenn dieser in einem notariellen Ehevertrag schriftlich festgehalten wurde.

Irrtum 3: Jeder Ehepartner kann verkaufen, was er will

Grundsätzlich ist das zwar zutreffend, allerdings gibt es bestimmte Einschränkungen zu beachten. Soll ein Vermögensgegenstand veräußert werden, der fast das gesamte Vermögen des verkaufenden Ehegatten betrifft, wie dies bei einer Immobilie oder einem Grundstück der Fall sein kann, dann wird die Zustimmung des anderen Ehepartners benötigt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass nicht einer der Ehepartner einseitig über das gesamte Vermögen verfügen und dadurch der Familie die Lebensgrundlage entziehen kann.

Irrtum 4: Ich erbe automatisch alles, wenn mein Ehepartner stirbt

Nein, dies ist nicht automatisch der Fall und ein Fall der typischen Ehe-Irrtümer. Denn wurde von den Ehepartnern kein Testament aufgesetzt, dann greift die gesetzliche Erbfolge. Die gesetzliche Erbfolge wiederum ist in ihrer konkreten Ausgestaltung davon abhängig, für welchen Güterstand sich ein Paar entschieden hat. Leben die Ehegatten im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, dann fällt dem überlebenden Ehegatten neben dem Kind des Erblassers die Hälfte des Vermögens zu und gibt es zwei Kinder, dann bekommt der überlebende Ehepartner ein Drittel des Vermögens des Verstorbenen. Ein Testament kann also durchaus ein sinnvolles Instrument in der Ehe sein, um den anderen Ehegatten für den Todesfall abzusichern.