Regenbogenfamilie: Adoption bei homosexuellen/ gleichgeschlechtlichen Paaren

In Deutschland ist es gleichgeschlechtlichen Paaren seit dem 1.10.2017 erlaubt, miteinander die Ehe einzugehen. In rechtlicher Hinsicht sind gleichgeschlechtliche Paare damit heterosexuellen Paaren gleichgestellt und dürfen auch eine Adoption, nach den gleichen Gesichtspunkten wie heterosexuelle Paare, vornehmen. Vor dem 1.10.2017 sah sich ein Paar, das homosexuell war, zumeist großen bürokratischen Hürden gegenüber, wenn es adoptieren wollte. In Betracht kam für sie in der Regel nur die sogenannte Stiefkindadoption.

Trotz der Möglichkeit, dass ein gleichgeschlechtliches Paar nun gemeinsam ein Kind adoptieren kann, gibt es nach wie vor Unterschiede zwischen einem homosexuell und einem heterosexuellen Ehepaar hinsichtlich des Abstammungsrechts.

Gemeinsame Adoption für gleichgeschlechtliche Paare möglich

Vor dem 1.10.2017 war es einem gleichgeschlechtlich lebenden Paar lediglich möglich, das leibliche Kind des eigenen Partners zu adoptieren. Ein nicht leibliches Kind konnte demnach nicht adoptiert werden. Ein wichtiger Schritt hin zur Gleichberechtigung einer Regenbogenfamilie war die Möglichkeit, ein nicht leibliches Kind gemeinsam adoptieren zu können. Unter einer Regenbogenfamilie versteht man Familien, die aus einem gleichgeschlechtlichen Paar, sowie aus einem oder aus mehreren Kindern bestehen. Ob die beiden Elternteile dabei verheiratet sind oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, ist dabei unerheblich.

Abstammungsrecht steht Gleichberechtigung im Wege

Trotz der Möglichkeit, dass ein gleichgeschlechtlich lebendes Paar gemeinsam ein nicht leibliches Kind adoptieren kann, gibt es immer noch rechtliche Regelungen, die einer Gleichberechtigung hinsichtlich Adoption und Elternschaft im Wege stehen. Solche Regelungen finden sich im deutschen Abstammungsrecht. Die Vorschriften des Abstammungsrechts sehen vor, dass der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt eines Kindes mit der Kindesmutter verheiratet ist, automatisch zum Vater des Kindes wird. So ist es in § 1592 BGB festgeschrieben. Diese Regelungen greifen auch in dem Fall, dass ein Kind, innerhalb einer gleichgeschlechtlich gelebten Beziehung, durch eine künstliche Befruchtung entstanden ist. Im Wortlaut dieses Paragrafen ist von “der Mann” die Rede. Das bedeutet, dass bei einem homosexuell lebenden weiblichen Ehepaar, das sich dafür entscheidet, dass einer der Partnerinnen das Kind austrägt, nicht automatisch die andere Partnerin zur rechtlichen Mutter des Kindes wird. Diese muss das Kind vielmehr durch Adoption zu ihrem Kind machen.

Gleichberechtigung gleichgeschlechtlich lebender Paare oder einer Regenbogenfamilie müssen weiter vorangetrieben werden

Die Rechte homosexuell lebender Paare müssen noch in vielen Bereichen denen anderer Ehepaare angeglichen werden. Besonders im Hinblick auf das deutsche Familien- und Abstammungsrecht sind solche Angleichungen notwendigerweise vorzunehmen. Auch wenn diese Angleichung sich komplex gestaltet, ist die Gleichberechtigung einer Regenbogenfamilie oder eines gleichgeschlechtlich lebenden Paares voranzutreiben.