Änderungen im Familienrecht in 2020

Da sich unsere Gesellschaft und Wirtschaft kontinuierlich ändern, verändern sich auch Gesetze und unsere Rechtsprechung im Laufe der Zeit. Besonders im Familienrecht kommt es immer wieder zu Neuerungen, auf die sich nicht nur ein Anwalt einstellen muss. Durch die steigenden Lebenshaltungskosten erhöhen sich beispielsweise Unterhaltsgelder und Freibeträge regelmäßig. Die neuesten und wichtigsten Änderungen im Familienrecht für das Jahr 2020 sind hier aufgelistet. Kommt es zu weiteren Fragen und Unklarheiten bei Angelegenheiten, die das Familienrecht betreffen, so ist es außerdem sinnvoll, einen Anwalt zu konsultieren.

Erhöhter Mindestunterhalt für Kinder

Seit dem 01. Januar 2020 gibt es höhere Unterhaltsbeträge für unterhaltspflichtige Eltern. Dadurch, dass die Lebenshaltungskosten gestiegen sind, wurden in diesem Jahr in der “Düsseldorfer Tabelle” höhere Beträge für minderjährige Kinder festgelegt, sie wurden dabei um rund 4,5 % erhöht. Der konkrete Unterhaltsbetrag berechnet sich aus der Altersstufe des Kindes in Zusammenhang mit dem Nettoeinkommen des Elternteils. Für volljährige Kinder erhöhte sich der Beitrag von 735 Euro monatlich auf 860 Euro.

Haben Sie Fragen rund um den Kindesunterhalt? In solchen Fällen ist es ratsam, einen Anwalt für Familienrecht zu Rate zu ziehen.

Kinderzuschlag 2020

Eine weitere Änderung im Familienrecht betrifft den Kinderzuschlag. Familien mit geringerem Einkommen, können bei der Bundesagentur für Arbeit zu dem Kindergeld zusätzlich einen Kinderzuschlag (KiZ) beantragen. Im Zuge des “Starke-Familien-Gesetzes” wurde der Kinderzuschlag pro Kind auf bis zu 185 Euro monatlich erhöht. Außerdem gibt es seit dem 01. Januar 2020 keine obere Einkommensgrenze der Eltern mehr. Bis dahin konnten Eltern ihren Anspruch auf einen Kinderzuschlag verlieren, wenn ihr Einkommen gestiegen ist. Ab dem Jahr 2020 passt sich der Kinderzuschlag an das steigende Einkommen dagegen schrittweise an. Hinzu kommt, dass statt der bisherigen 50% nur noch 45% des Einkommens der Eltern angerechnet wird.

Kinderfreibetrag wurde angehoben

Bei Fragen rundum das Familienrecht kann es auch zu steuerrechtlichen Neuerungen kommen. In diesem Fall betrifft das den Kinderfreibetrag. Der Kinderfreibetrag ist der Betrag, der von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen wird, um Eltern bei den Ausgaben für die Kinder steuerlich zu entlasten. Er setzt sich aus dem Bedarf für das materielle Existenzminimum des Kindes und dem Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf zusammen. Dieser Freibetrag wurde nun von 7.620 Euro auf 7.812 Euro erhöht. Wenden Sie sich am besten an einen Anwalt, wenn Sie erfahren wollen, wie Sie Ausgaben für Ihr Kind steuerlich absetzen können.

Ausbildungsunterhalt bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ)

Das Familienrecht änderte sich auch in Bezug auf den Ausbildungsunterhalt bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr. Leistet ein Kind nach der Schulausbildung ein freiwilliges soziales (oder ökologisches) Jahr ab, so hat es nun auch dann einen Anspruch auf Ausbildungsunterhalt, wenn er das freiwillige Jahr für seinen beruflichen Werdegang gar nicht benötigen würde.

Fragen zu Themen aus dem Familienrecht

Zu beachten ist, dass vieler dieser Ansprüche nicht automatisch erfüllt werden. Oft sind erstmals Anträge zu stellen. Insbesondere abgelehnte Bescheide können Fragen über individuelle Probleme im Familienrecht aufwerfen. Diese können am zuverlässigsten von einem Anwalt für Familienrecht beantwortet werden.