Ehe-Aus: Was gilt es bei einer Scheidung zu beachten?

Ehe-Aus: Was gilt es bei einer Scheidung zu beachten?

Ihre Ehe ist gescheitert und Sie stehen kurz vor einer Scheidung? Dabei haben Sie nicht nur mit Ihren Emotionen zu kämpfen, sondern müssen auch in organisatorischer Hinsicht einiges beachten. Doch welche Schritte müssen Sie bei einer Scheidung einleiten und wie kann Ihnen ein Rechtsanwalt nach dem Scheitern Ihrer Ehe helfen?

Welche Voraussetzungen müssen für eine Scheidung vorliegen?

Damit Sie sich scheiden lassen können, müssen Sie zunächst den Nachweis erbringen, dass Ihre Ehe gescheitert ist. Das Scheitern der Ehe wird in der Regel durch das sogenannte Trennungsjahr nachgewiesen. Leben die Ehepartner ein Jahr getrennt voneinander (ist unter gewissen Umständen auch in der gleichen Wohnung möglich) und beantragen beide Eheleute die Scheidung, so vermutet das Gericht das Scheitern Ihrer Ehe. Will sich nur einer der Partner scheiden lassen, wird nach spätestens drei Jahren des Getrenntlebens das Scheitern der Ehe unwiderlegbar vermutet.

Wie und wo kann die Scheidung eingereicht werden?

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass Sie den Scheidungsantrag nur durch einen Rechtsanwalt einreichen lassen können. Es gilt der sogenannte Anwaltszwang, der zwingend vorschreibt, dass Sie sich bei einem Scheidungsverfahren anwaltlich vertreten lassen müssen. Ist das trennungswillige Paar sich in allen Punkten der Scheidung und ihre Folgen betreffend einig, kann auch nur ein Ehegatte einen Rechtsanwalt beauftragen und der andere stimmt dem Scheidungsantrag lediglich zu. Dadurch werden Kosten gespart. Eingereicht wird der Scheidungsantrag durch den Rechtsanwalt beim zuständigen Familiengericht.

Wie läuft das Scheidungsverfahren ab?

Nachdem der Scheidungsantrag eingereicht und dem anderen Ehepartner zugestellt wurde, wird der Versorgungsausgleich, durch das Gericht initiiert, vorgenommen. Zudem wird danach ein Scheidungstermin anberaumt, zu dem beide Eheleute in der Regel persönlich erscheinen müssen. Gibt es keine strittigen Punkte zu klären, kann der Scheidungstermin in 10-15 Minuten abgehandelt werden und endet mit dem Scheidungsbeschluss.

Gibt es im Scheidungsverfahren zwischen den Ehegatten noch Uneinigkeiten in Bezug auf sogenannte Folgesachen, können diese ebenfalls beim gerichtlichen Termin oder bereits im Vorfeld geklärt werden. Streiten Sie sich mit Ihrem Partner über Unterhaltsfragen, Sorgerecht, die Aufteilung des Hausrats oder Zugewinnausgleichsansprüche, dann sollten Sie unbedingt einen Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt kontaktieren.

Welche Dinge können Sie selbst vor der Scheidung erledigen?

Um optimal auf Ihre Scheidung vorbereitet zu sein, sollten Sie einige Dokumente und Unterlagen zusammentragen, die Ihnen und Ihrem Rechtsanwalt die Arbeit erleichtern. Dazu gehören Belege über Ihr Einkommen oder auch das Ihres Ehegatten, Steuererklärungen, Versicherungspolicen oder Kaufverträge. Zudem ist es wichtig, dass Sie sich so schnell wie möglich Ihr eigenes Bankkonto einrichten und sich in finanzieller Hinsicht unabhängig von Ihrem Ehegatten machen. Falls Sie zugunsten Ihres Partners Vollmachten ausgesprochen haben, sollten Sie diese widerrufen.

Haben Sie mit einem dieser Punkte Schwierigkeiten, konsultieren Sie vor Ihrer Scheidung am besten einen fachkundigen Rechtsanwalt.

 

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