Trennungskindern steht ab 2020 mehr Unterhalt zu

Ab dem 1. Januar 2020 steht minderjährigen Kindern nach der Trennung ihrer Eltern mehr Unterhalt zu. Konkret bedeutet das, dass die Sätze in der untersten Einkommensgruppe um 15 bis 21 Euro monatlich steigen. So steht es in einer Verordnung des Bundesgesetzblattes.

Wie viel Unterhalt sollen Trennungskinder in 2020 erhalten?

Ab dem nächsten Jahr sollen Kinder, die jünger als sechs Jahre sind, mindestens 369,00 Euro monatlich an Unterhalt erhalten. Derzeit liegt die Unterhaltshöhe laut Düsseldorfer Tabelle für Kinder unter sechs Jahren bei 354,00 Euro im Monat. Im Jahr 2021 soll es dann noch einmal eine Erhöhung des Unterhalts geben. Kinder unter sechs Jahren sollen dann mindestens 378,00 Euro Unterhalt monatlich gezahlt bekommen.

Trennungskinder zwischen sechs und elf Jahren sollen ab dem Jahr 2020 statt 406,00 Euro im Monat, 424,00 Euro monatlich erhalten. Im Folgejahr sieht die Düsseldorfer Tabelle eine Steigerung auf 434,00 Euro vor.

Im Hinblick auf Kinder zwischen 12 und 17 Jahren ist für die Jahre 2020 und 2021 ebenfalls eine Erhöhung des Unterhalts geplant. In dieser Altersgruppe bekommen die Trennungskinder zukünftig 497,00 Euro bzw. im Jahr 2021 508,00 Euro Mindestunterhalt im Monat.

Bei den aufgeführten Beträgen handelt es sich um die Höhe des Mindestunterhalts. Als Referenzwert für diesen Mindestunterhalt wird das steuerfreie Existenzminimum für minderjährige Kinder herangezogen. Bei dem Mindestunterhalt handelt es sich um eine Untergrenze. Abhängig vom Einkommen der unterhaltsverpflichteten Eltern können diese Beträge auch höher ausfallen. Auf welche Höhe sie sich dabei genau belaufen, kann anhand der Düsseldorfer Tabelle in Erfahrung gebracht werden.

Die Düsseldorfer Tabelle gibt es seit dem Jahr 1962 und sie wird bundesweit zur Bemessung des Kindesunterhalts herangezogen. Seit dem Jahr 1979 wird die Düsseldorfer Tabelle vom Oberlandesgericht veröffentlicht und in regelmäßigen Abständen an die Lebenswirklichkeiten angepasst. Die Anpassungen werden durch Gespräche des Deutschen Familiengerichtstages und allen Oberlandesgerichten erarbeitet.

Kindergeld wird auch zum Einkommen gerechnet

Wie bereits erwähnt, gilt als Referenzwert für den Mindestunterhalt das steuerfreie Existenzminimum für minderjährige Kinder. In diesem Zusammenhang muss beachtet werden, dass auch das Kindergeld zum Einkommen der Kinder hinzugezählt werden muss. Aus diesem Grund dürfen unterhaltspflichtige Eltern auch die Hälfte des von ihnen zu zahlenden Kindergeldes abziehen.

Fazit: Trennungskinder erhalten ab dem 1. Januar 2020 einen höheren Unterhalt, der im darauffolgenden Jahr 2021 noch einmal angepasst wird. Je nachdem, wie viel Geld die Eltern verdienen, kann die genaue Unterhaltshöhe abweichen. Wie hoch die Unterhaltsverpflichtung für Trennungskinder genau ausfällt, kann anhand der Düsseldorfer Tabelle in Erfahrung gebracht werden.