Urteil: Aufhebung fristlose Kündigung

Arbeitsgericht hebt fristlose Kündigung auf – Krankenschwester kann aufatmen

Allgemeines zum Thema Kündigung


Im deutschen Arbeitsrecht stellt die Kündigung die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses dar, die eine einseitige Erklärung erfordert. Hierbei artikuliert der Kündigende, ob das Arbeitsverhältnis fristlos oder nach Ablauf einer festgesetzten Kündigungsfrist beendet werden soll. Als Arbeitnehmer hat man das Recht, das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen zu beenden. Hierbei ist man jedoch dringend an die Einhaltung der vorgegebenen Kündigungsfristen gebunden. Der Arbeitgeber ist ebenfalls dazu angewiesen, die festgelegten Fristen einzuhalten. Zuzüglich muss er in bestimmten Fällen auch den allgemeinen oder besonderen Kündigungsschutz berücksichtigen und darf keine Kündigung aussprechen, die etwa sittenwidrig oder diskriminierend ist.

Die außerordentliche Kündigung


Eine außerordentliche fristlose Kündigung kann nicht ohne einen wichtigen Grund ausgesprochen werden und erfordert im Normalfall zunächst eine ihr vorausgehende Abmahnung. Grundsätzlich muss bei einer außerordentlichen Kündigung immer der Einzelfall betrachtet werden, da es keine uneingeschränkten, allgemeinen Kündigungsgründe gibt. Bei der individuellen Ausführung einer jeden außerordentlichen fristlosen Kündigung, müssen die Dauer des Arbeitsverhältnisses und viele weitere Faktoren in Betracht gezogen werden. Nur bei schwerwiegenden, vorliegenden Gründen ist eine sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses möglich, denn eine außerordentliche fristlose Kündigung muss generell als die letzte Maßnahme aufgefasst werden, die von Seiten des Arbeitgebers getroffen wird. Ein wichtiger Grund manifestiert sich darin, dass es eine Unzumutbarkeit darstellen würde, seitens des Kündigenden das Arbeitsverhältnis noch bis zum Ende der Kündigungsfrist aufrechtzuerhalten. Ist der Kündigungsgrund jedoch nicht von fundamentaler Bedeutung, kann die Kündigung als unwirksam gelten.

Das Urteil im konkreten Fall der außerordentlichen Kündigung


Anfang des Monats hob das Arbeitsgericht Hamburg eine Kündigung auf, die gegen eine Krankenschwester ausgesprochen worden war. Die Frau befand sich zu diesem Zeitpunkt in ihrem 24. Dienstjahr. Ausschlaggebend für das Urteil war hierbei für die Richter neben der erheblich langen Dienstzeit auch die Tatsache, dass die Kündigung unverhältnismäßig zu dem stand, was der Krankenschwester als Kündigungsgrund vorgeworfen wurde. Die Frau hatte sich mehrere Brötchen zum Verzehr aus dem Kühlschrank ihres Arbeitgebers genommen und gegessen, obwohl die Mahlzeit für andere Mitarbeiter bestimmt war. In ihrer Entscheidung ließen die Richter verlauten, dass sich in diesem konkreten Fall der Arbeitgeber anstelle einer außerordentlichen Kündigung, einer anderen Maßnahme hätte bedienen können. Ganz konkret hätte er in diesem Fall eine Abmahnung aussprechen können, was in den Augen des Gerichts ein adäquateres Mittel dargestellt hätte. Die außerordentliche Kündigung stellte sich an diesem Punkt als übertriebene Maßnahme dar, die in keinster Weise in einem ausgewogenen Verhältnis zum Verhalten der Mitarbeiterin stand. Grundsätzlich muss man jedoch sagen, dass eine außerordentliche fristlose Kündigung selbst beim Diebstahl von Dingen mit geringem Sachwert ausgesprochen werden kann und nicht unüblich ist. Jedoch ist es dringend notwendig, jeden einzelnen Fall einer außerordentlichen fristlosen Kündigung präzise zu überprüfen. In diesem konkreten Fall muss zum Vorteil der Arbeitnehmerin beachtet werden, dass die Dame trotz einer Pflichtverletzung nicht gar im Heimlichen gehandelt hatte. Anstelle, die Angelegenheit in irgendeiner Form zu verschleiern, hatte die Krankenschwester ganz offen zugestanden, die Brötchen verzehrt zu haben, da ihr eigenes Essen entwendet worden war. Dies und das 24 Jahre andauernde Arbeitsverhältnis wurde der Frau zugutegehalten und führte somit zu einer Aufhebung der Kündigung.

Rechtsanwalt Landucci hat sich in seiner Kölner Kanzlei auf Arbeitsrecht spezialisiert. Bei Fragen zu arbeitsrechtlichen Sachverhalten, wie Kündigung, außerordentliche Kündigung oder Kündigungsschutz, wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an unsere Kanzlei. Wenn Sie eine Kündigungsschutzklage aufgrund einer ungerechtfertigten Kündigung einreichen möchten, werden wir Sie zu dem Thema gerne beraten und selbstverständlich auch vor dem Arbeitsgericht engagiert und kompetent vertreten.

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